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Das Land (derzeit in Arbeit)

 

***Eigentum, Verfügungsrechte und Arbeit: Kontinuität und Wandel***(überarbeiten!)

 

Wem gehört das Land, von dem und auf dem die Menschen leben? Für heute lässt sich sagen, den meisten Menschen gehört wenig davon und oft gar keines. Wenigen wiederum gehört mehr davon. In der Regel wissen die Menschen kaum, wem was von dem Grund und Boden in Europa gehört. Seit dem Beginn kapitalistischer Entwicklung ist es nach und nach zu einer Ware wie alle anderen geworden, wird gekauft und verkauft und die Eigentumsrechte werden archiviert.

Darüber steht der Staat, zunehmend "politische" Agentur riesiger Kapitalien, die ihm nicht gehören, zu dessen Hoheitsrechten heute eine letztendliche Verfügung über allen Grund und Boden gehört. Letztlich kann er jeden mit der Begründung übergeordneter Interessen enteignen. Wem gehört das Land?

 

Heute ist jeder Quadratzentimeter Grund und Boden vergeben. Wer kein Land erbt, kann nur kaufen, was auf den Markt kommt. Wer nicht genug Geld hat und nicht erbt, steht und geht überall auf Land, welches ihm nicht gehört. Landlosigkeit aber ist eine Form von Ohnmacht, und die gibt es für viele Menschen Europas schon sehr lange.

Alles beginnt in der Jungsteinzeit mit Ackerbau und Gartenbau, mit denen sich Land unter der Bedingung von Sesshaftigkeit in Eigentum verwandelt. Dort, wo sich dann frühe Zivilisationen entwickeln, geschieht zweierlei vor allem: Die Unterschiede zwischen kleineren und  größeren Besitztümern entwickeln sich auseinander, und institutionalisierte Machthaber entwickeln Vorstellungen von Hoheit über alles Land in ihrem Herrschaftsraum.

 

Im Mittelmeerraum und daneben auch unter den Kelten vor allem entwickeln sich Formen von Häuptlingstum und daneben von Adel, wie wir das alles heute nennen. Bei den Hellenen, die die Lateiner dann Graeci nennen, sind diese Oberschichtleute mit großem Grundbesitz die aristoi, das heißt, die Besten, bei den Römern sind es die nobiles. Sie zeichnet vor allem aus, dass sie großen Landbesitz damit verbinden, andere darauf arbeiten zu lassen. Sie selbst werden zu vornehm für körperliche Arbeit und zeichnen sich stattdessen durch Waffenbesitz und darauf beruhende Gewalttätigkeit aus und durch die Kontrolle über gemeinsame Opferkulte vermittels einer Priesterschaft.

 

Mit zunehmender ländlicher Produktivität und spezialisierterem Handwerk siedeln Menschen in Orten zusammen, die sich zu Städten entwickeln. In ihnen wird Landlosigkeit zum Normalfall.

Konzentrieren wir uns nun auf die "Römer", die von einer solchen Stadt aus immer mehr Umland gewinnen und erobern. Zunehmend mehr Menschen wohnen dabei nicht mehr in der urbs Roma, betrachten sich aber weiterhin als Römer. Ihr gemeinsames Band ist neben der Sprache eine spezifische Hierarchisierung in Adel und Plebs, wobei erstere dank ihres großen Grundbesitzes die Macht im öffentlichen Raum besitzen, in der res publica.

 

Die einen arbeiten also, teils als freie Bauern, teils als Sklaven und Lohnarbeiter auf Großgrundbesitz, teils als Handwerker und Händler, die anderen kontrollieren das entstehende Staatswesen, führen das Militär an und genießen daneben den auf ihren Gütern generierten Wohlstand.

Immer noch sehr stark schematisierend, beruht die Macht des Großgrundbesitzers in der (latenten) Gewaltandrohung und grundsätzlich überhaupt auf Gewalt. Im Deutschen ist Walten Macht ausüben und Gewalt besagt, wie das im Kern geschieht. Insofern ist der Adelige ursprünglich auch ein Krieger. Wird seine Machtausübung institutionalisiert und das heißt vom Lateinischen abgeleitet zivilisiert, wird sie zueiner Art von Amtsausübung. Das nunmehr aristokratische oder noble Gemeinwesen, im Falle der urbs Roma die res publica Romana, delegiert die Gewaltausübung im wesentlichen an von der Republik beauftragte Gewalttäter, miles, die die militia bilden, das Militär, welches von Adel geleitet wird.

Nobilis verbindet sich zugleich mit dem Amt in der res publica, wobei es zu einer Ämterhierarchie kommt, die es in einem cursus, einer Laufbahn zu durchlaufen gilt. Natürlich ist die handfeste Basis der ehrenhaften Amtsausübung weiterhin Großgrundbesitz, der sich im Amt auch günstig erweitern lässt.

 

Im Verlauf der Verwandlung der res publica der Urbs Roma durch Eroberungen in einen Flächenstaat entsteht ein von einer Hauptstadt aus geleitetes Staatswesen, dessen wesentliche Basis Städte mit einer stadtsässigen Gruppe von Großgrundbesitzern sind, welche die Ämter darin einnimmt und sich durch einen überall ähnlichen "adeligen" Lebensstil, seine civilitas auszeichnet. Seine Spitze bildet die nobilitas der Senatoren, von denen es am Ende mehrere tausend geben wird. Am unteren Ende dieser stark und formell geschichteten Strukturen befinden sich die in immer größere Abhängigkeit vom Großgrundbesitz geratenden ländlichen Produzenten und eine städtische Schicht von Gewerbetreibenden.

Diese "römischen" Städte replizieren also ein Stück weit das Modell der urbs Roma. Aber was oben in Anführungsstrichen als "adelig" bezeichnet wurde, ist keine römische nobilitas, die ja aus dem städtischen Original, der Stadt Rom, hervorgegangen ist und an ihr oberstes Gremium, den Senat gebunden ist. Zwar bilden diese Leute die curia der Städte, ihren Verwaltungsrat, und sind selbst Großgrundbesitzer, die ihre Amtsbefugnisse entsprechend ehrenamtlich ausüben, aber als eigentlicher Adel gelten die in vielen Städten ansässigen Senatoren der Nobilität, auch wenn die Kurialen uns heute und den einwandernden Völkern damals wie Adel vorkommen.

 

Infolge der ständigen Kriege schwindet das freie Bauerntum besonders in Italien immer mehr dahin. Die einen geraten in Abhängigkeit vom teilweise nun riesigen Großgrundbesitz, die anderen wandern in die wachsenden Städte ab und werden dort oft zum städtischen Proletariat. Immer mehr Land in diesem Imperium gehört immer weniger Leuten.

 

Als im Großreich die Bedeutung des Militärs immer mehr zunimmt, bildet sich auf dieses gestützt eine Monarchie heraus, die wir heute unter Bezug auf den Namen ihres entscheidenden Vorläufers Caesar, der so zum Titel wird, als Kaiserreich bezeichnen. Da er eine militärische Befehlsgewalt innehat, deren Reichweite imperium genannt wird, tritt als Titel auch der des Imperators auf. Als Erhabener, augustus, und göttlicher, divus, kommen ihm oberste Priesterschaft und eine sakrale Aura zu. Als mit Konstantin die Christianisierung des Reiches beginnt, geht diese sakrale Funktion fast unauffällig auf den nunmehr bald mehr oder weniger christlichen Herrscher über.

Fast wie ein orientalischer Despot ist der Kaiser Herr über das riesige Heer, über die Kirche, einen großen Hofstaat und eine kaiserliche Beamtenschaft. Heer und Amtsinhaber bilden die militia, die nach Rang streng gestaffelt ist. Äußeres Zeichen des miles ist sein cingulum (militare), ein nach Rang ausgestatteter Gürtel. 

Wie bei den öffentlichen Kulten zuvor werden nun die Spitzen der kirchlichen Hierarchie von Vertretern dieser grundbesitzenden Oberschicht eingenommen. Das sogenannte Christentum rechtfertigt dabei schon lange den Reichtum und die Macht der Wenigen als gottgewollt und bezieht sich dabei immer deutlicher auf die antiken jüdischen Texte und die dort beschriebenen Machtverhältnisse.

 

Die germanischen Völkerschaften, die das westliche Reich übernehmen, waren zunächst wesentlich weniger geschichtet, und Krieger und freie Bauern (manchmal dasselbe) waren nicht unter derart ausgebildeten Formen von Staatlichkeit zivilisiert, ähnlich wie später auch zunächst nicht die sich in Ostmitteleuropa ansiedelnden Slawen. Die Germanen lebten wohl auf Einzelgehöften mit eigenen Äckern in kleinen Weilern, die Wald und Weide als Gemeinbesitz haben. Ihr Haupt-Nahrungserwerb war wohl die Viehzucht.

 

Im Zuge jener Wanderbewegungen, die sich dann als Eroberungen und zum großen Teil auch halbwegs friedliche Ansiedlungen erweisen, verbinden sich Kriegertum, alter und neuer (Groß)Grundbesitz miteinander zu neuen Formen von Nobilität und Edelfreiheit, neben alter und neuer Unfreiheit, und aus wichtigen Heerführern werden Könige. Die große Flächen umfassenden Reiche sind zudem nur durch eine Zwischenschicht zwischen Freien und Herrscher kontrollierbar, eine Art Hochadel, der mehr oder weniger vom Herrscher mit Amtsgewalten versehen wird.

Die umfassenden Formen ökonomischer und „politischer“ gestaffelter Halb- und Unfreiheit des Römerreiches wie zum Beispiel auch die Sklaverei werden dabei genauso übernommen wie die gesamte Begrifflichkeit mit ihren Titeln und Vorstellungen.

 

Im Grunde genommen versuchen Franken, Burgunden, Visigoten und bald auch Osthrogoten, das römische Imperium in ihren Bereichen soweit als möglich weiterzuführen und ihre Könige lassen sich dafür zunächst einmal vom oströmischen Cäsaren legitimieren. Die alte Nobilität bleibt zum Teil bestehen und beruht weiter auf Großgrundbesitz mit dazugehörigen abhängigen Bauern und Sklaven und wird nun durch eine germanische Oberschicht ergänzt. Darunter positionieren sich eingewanderte Edelfreie mit neuem, manchmal großem Grundbesitz.

 

Die Noblen besetzen weiter die Bischofsstellen und erhalten darüber hinaus weltliche Ämter zur Kontrolle der Städte, civitates, und ihres jeweiligen Umlandes, seit dem vierten Jahrhundert zugleich Diözese des Bistums. Dieser hohe Adel ist entweder als Krieger Führer einer örtlichen bzw. regionalen militia, oder delegiert im Falle der hohen Geistlichkeit diese Aufgabe an weltliche Herren.

Im Frankenreich setzt sich darüber die königliche Familie, welcher Kriegeradel und wehrfähige Bauern jährliche Heeresfolge zu leisten haben, bzw. dann mit den Reichsteilungen Familien königlicher Abstammung. Mit dem Recht des erfolgreich erobernden Heerführers nehmen die Könige gewissermaßen das Land ihres Machtbereichs in Besitz und verteilen einen Teil davon an ihre obersten Krieger weiter. Mit dem Land nehmen sie auch die entsprechenden Rechtstitel an sich und verleihen einen Teil davon an ihre obersten Untertanen.

Unter ihnen gibt es in militärischer und ziviler Doppelrolle duces und comites, hohen Adel und darunter jene Edelfreien, die sowohl Krieger sind wie auch Grundbesitzer. Während es im späten Kaiserreich eine Art geordnete Verfasstheit des Staatswesens gab, strukturieren sich die neuen Verhältnisse mit der Faust, der Waffe in der Hand und mit geschickter Heirats"politik". Dieselbe freie Oberschicht bildet auch die kirchliche Hierrarchie, die sich neben der weltlichen als Machtfaktor etabliert.

 

Eine gewisse Art von "Adel" steht also schon am Beginn der neuen Reiche, und sie baut auf der christlich-kaiserlichen römischen Oberschicht auf, die die Einwanderer mindestens in den Kernorten der civitates soweit möglich übernehmen und samt Titeln in ihre neuen Reiche einbauen. (K.F. Werner)

Sie definiert sich aus der Verbindung von Kriegertum und Amtsführung nun für den König als militia mit hinreichend großem Grundbesitz und Bevorrechtigung samt wahrem Glauben. Der höhere Klerus entstammt zunächst in der Regel wie schon unter römischer Herrschaft der senatorischen nobilitas und delegiert dabei die eigentliche Waffengewalt an die weltlichen Partner. Der Aufstieg bzw. die Weiterexistenz dieser Schicht nobler Privilegierter mit ihrem Gewaltmonopol ist für die Anfänge der neuen Reiche heute nur schlecht überliefert, und die Tatsache, dass die antik-römische Begrifflichkeit und Titulatur unter neueren Bedingungen in den von Geistlichen und Mönchen verfassten Texten weitergeführt wird, macht es nicht leichter.

 

Die sehr weltliche Übernahme der römischen villa mit ihren Latifundien durch die neuen Herren wird schon im Verlauf der Merowingerzeit ergänzt durch ihre Übernahme durch die adelig geprägte Bischofskirche und die vom fränkischen Adel übernommenen Klöster. Im Verlauf der Nachantike bis in die Schwellenzeit hinein werden insbesondere letztere zu den wesentlichen Landbesitzern - durch sich oft fromm gebende Schenkungen und Erbschaften, die im 10. Jahrhundert dann des öfteren auch aus der Not geboren sind.

 

Wem gehört das Land? Es gibt keine brauchbaren Karten und keine Kataster, aber besonders die Klöster entwickeln eigene Aufzeichnungen (Urbare). Im Grunde geht alle Verfügung über das Land vom König aus, so wie heute vom Staat. Es gibt nicht nur verliehenes Land, sondern auch Eigentum. Manche Bewohner besitzen Land als allod und haben darüber hinaus Land, welches ihnen verliehen wurde. Besitz von und Verfügung über Land sind extrem ungleich verteilt, wie in allen Zivilisationen, und manche besitzen davon gar nichts.

 

Ganz schwierig wird das Ganze durch die generelle Zweisprachigkeit. Schriftliches ist uns von Mönchen und der Geistlichkeit überliefert, die in ihrem fast noch "klassischen" Latein römische Verhältnisse in die neuen Reiche transportieren. Das regionale, nur gesprochene Volkslatein der Laien, würde es geschrieben, wiche davon immer mehr ab. Und die germanischen "Dialekte" oder Volkssprachen, ebenfalls zunächst nicht in schriftlicher Form, sind jedenfalls von ihrer Begrifflichkeit her kaum geeignet, römische Verhältnisse adäquat wiederzugeben, so wenig wie Christliches, wie es von der Kirche gepredigt wird.

 

Adel wird dabei erst auf dem Weg ins Hochmittelalter klar definiert werden, zusammen mit einem Ständebegriff. Vorher wird mit Vorstellungen von Herr und Knecht, dominus und servus, operiert, die gemeinsam zugleich Grundherrschaft und familia beinhalten. Das, was wir für diesen Zeitabschnitt als Adel vielleicht notdürftig zusammenfassen können, beinhaltet die Schicht von Grundherren, die sich aufgrund ihres Besitzes, ihrer Macht über andere  und ihrer besonderen Rechte als frei empfinden.

Anzumerken ist, dass Grundherrschaft ein neuzeitlicher Historikerbegriff ist.

 

Unter diesen Bedingungen leben die meisten Menschen schon in der Nachantike, dem frühen Mittelalter, wie es meist genannt wird. Mit den Herrschaften, die in Europa durch Eroberung entstehen, wird die Situation der römischen Antike, in welcher das Land im wesentlichen einer kleinen, reichen Oberschicht gehört, fortgeführt und noch ausgebaut.

 

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Für die Merowingerzeit sind auf dem Land neben freien Bauern vor allem weilerartige Ansiedleungen um Gutshöfe mit unfreien Arbeitskräften bekannt. Der merowingische Bauernhof mit seiner Konzentration auf Viehzucht war klein gewesen und umfasste kaum mehr als 2-4 ha. Die dürftigen Quellen lassen vier Pferde und ebenso viele Kühe, 14 Schweine und 28 Schafe als Mittel zu (Klaus Herrmann in Bayerl, S.47). Eine wesentliche Veränderung in karolingischer Zeit ist die Zunahme des Getreideanbaus.

 

An der Mosel treten im 7. Jahrhundert bereits Siedlungen in Dorfgröße auf wie Mehring mit seinen etwa 165 Siedlern und darunter 65 Freien (Anton/Haverkamp, S.55).

 

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Der Verfall von Staatlichkeit und der antiken Stadt entlasten das Land und mit dem Untergang eines Teils der antiken Latifundien entsteht ein freies, von Kleinfamilien gestütztes Kleinbauerntum, welches die wesentliche Voraussetzung für Wachstum auf dem Lande wird. Vorantreiben werden das Wachstum aber vor allem die nachantiken Kleindomänen, deren Herren als neue ländliche Oberschicht nun vor Ort leben und ein direktes Interesse an der Bewirtschaftung des Bodens entwickeln, anders als die antiken stadtsässigen Latifundienbesitzer. Deren direkte Nachfolger, die hohen Herren von Kloster, Kirche und weltlichem Hochadel, tun hingegen oft bis weit in die hier so genannte Schwellenzeit wenig für die steigende Ineffizienz ihrer weit verstreuten Domänen.

 

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Gegen Ende des 3. Jahrhunderts beginnt das Schrumpfen der Bevölkerung im römischen Gallien. Es wird vermutet, dass es teilweise bis ins 6. Jahrhundert anhält. Aber in der Merowingerzeit wächst die Bevölkerung nach Stabilisierung der Machtverhältnisse wieder und soll sich sogar innerhalb von vier Jahrhunderten verdoppeln. In einigen wenigen dichtbesiedelten Gebieten des Karolingerreiches soll am Ende eine ländliche Bevölkerung von 40 Menschen auf einen Quadratkilometer erreicht worden sein, wie im Großraum um Paris.

 

 

Technische Intensivierung entwickelt sich sehr langsam, dafür beginnt schon zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert jene Extensivierung vor allem durch Rodung, in der einzelne große Waldgebiete auf Reste in einer immer agrarischer geprägten Landschaft reduziert werden - und mit ihnen immer mehr Tierarten. In einer ersten Phase werden seit dem Ende des 3. Jahrhunderts verloren gegangene Nutzflächen zurückgewonnen, aber schon in der Karolingerzeit nimmt wohl auch Rodung nie zuvor intensiver genutzter Waldflächen zu. Vermutlich wird sie zumindest in Gallien nach dem 11. Jahrhundert nie mehr aus landwirtschaftlichen Gründen in diesem Umfang betrieben werden.

Praktisch gibt es wohl zwei Wege zu dieser Gewinnung neuer Nutzflächen. Entweder lassen Latifundienbesitzer oder Großbauern Sklaven diese Arbeit verrichten, oder aber sie beauftragen Kolonen oder freie Bauern damit und sichern ihnen dafür einen Anteil, wohl oft die Hälfte, als ihr Besitztum zu. Weniger "legaler" Raubbau an Wäldern und Feuchtwiesen wird wohl aus Eigeninitiative kleiner freier Bauern hervorgehen.

 

Vermutlich (wichtigste Qualifizierung von Äußerungen bis ins 10. Jahrhundert) setzt das durch Einführung technischer Neuerungen hervorgerufene Wachstum in der Landbewirtschaftung schon in der Karolingerzeit punktuell ein. Der Ackerbau ist zunächst extensive und knochenharte Zweifelderwirtschaft aus bewirtschafteter Fläche und Brache, wobei Ochsen Hakenpflüge ziehen, die in die Erde gedrückt werden müssen und manchmal vorne auch Räder besitzen (die carrucae). Erste hölzerne Beetpflüge, die die Schollen umwenden und das Pflügen in nur einer Richtung und nicht mehr Querpflügen ermöglichen, kommen wohl lokal seit dem 7. Jahrhundert an wenigen Orten Mitteleuropas auf.

 

Die einzige, aber enorm wichtige Maschine des Mittelalters stellt die Mühle dar, die es als Wassermühle schon im antik-römischen Kaiserreich gibt. Weitere Verbreitung scheint sie erst in der Karolingerzeit zu bekommen, und es gibt sie auch dort, wo es keinen bedeutenden Großgrundbesitz gibt (Bois, S.141).

 

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Die Antike wie auch die Nachantike basierte nicht unwesentlich auf Sklavenarbeit. Der Nachschub kam bis durch die Nachantike bzw. das frühe Mittelalter aus Kriegen und anderen Überfällen wie auch Piraterie und - wohl in deutlich geringerem Maße - durch Verkauf von Kindern aus Armutsgründen. Mit ihnen wurde ein schwunghafter Handel betrieben, wobei es eine Anzahl zentrale Sklavenmärkte wie in Prag oder Mainz gab. Aber auf dem Weg ins 10. Jahrhundert nimmt die Bedeutung der Sklaverei im lateinischen Abendland ab. Dennoch, so Gilomen allerdings ohne Belege: "Auch kleine Bauern besaßen zumindest einzelne Sklaven; noch um 800 galt es als Zeichen bitterer Armut für einen freien Mann, wenn er keinen Sklaven sein eigen nannte." (S.43). Die karolingische Gesetzgebung sah für jede Pfarrkirche eine Ausstattung mit mindestens vier Sklaven zur Bearbeitung der Kirchengüter vor. Zu Karls d.Gr. Vertrauten Alkuin wird gesagt, er besitze in seinen vier Abteien 20 000 Sklaven.

 

Der Weg ins Mittelalter II: Grundherrschaft

 

Über die rechtliche Situation der Unterschicht im 10. Jahrhundert, also fast aller, wissen wir wegen der Dürftigkeit der Quellen sehr wenig. Widukind sagt für Sachsen: Bis heute ist das Sachsenvolk (gens Saxonica) dreigeteilt in bezug auf Abstammung und Recht (genere ac lege), von dem Knechtsstatus abgesehen (preter condicitonem servilem. I,14). Der servus kann im Mittellateinischen ein Sklave sein oder ein anderer Status der Unfreiheit. Widukind setzt ihn wohl gleich mit dem vile mancipium (II,11). Ihm gilt im 10. Jahrhundert oft Verachtung bei denen, die uns Texte hinterlassen haben. Solche mehr oder weniger unfreie Familien können verkauft oder verschenkt werden (Widukind, Thietmar), allerdings oft nur mit dem Land, auf dem sie wohnen und arbeiten. Sie haben zumindest soweit Sklavenstatus (T. Reuter). Daneben ist der Handel mit Sklaven im 10. Jahrhundert ein Hauptzweig des Handels überhaupt.

 

Die Antike wie auch die Nachantike basierte nicht unwesentlich auf Sklavenarbeit. Der Nachschub kam bis durch die Nachantike bzw. das frühe Mittelalter aus Kriegen und anderen Überfällen wie auch Piraterie und - wohl in deutlich geringerem Maße - durch Verkauf von Kindern aus Armutsgründen. Mit ihnen wurde ein schwunghafter Handel betrieben, wobei es eine Anzahl zentrale Sklavenmärkte wie in Prag oder Mainz gab. Aber auf dem Weg ins 10. Jahrhundert nimmt die Bedeutung der Sklaverei im lateinischen Abendland ab. Dennoch, so Gilomen allerdings ohne Belege: "Auch kleine Bauern besaßen zumindest einzelne Sklaven; noch um 800 galt es als Zeichen bitterer Armut für einen freien Mann, wenn er keinen Sklaven sein eigen nannte." (S.43). Die karolingische Gesetzgebung sah für jede Pfarrkirche eine Ausstattung mit mindestens vier Sklaven zur Bearbeitung der Kirchengüter vor. Zu Karls d.Gr. Vertrauten Alkuin wird gesagt, er besitze in seinen vier Abteien 20 000 Sklaven.

 

Aber im 10. Jahrhundert erweisen sich rundum zu versorgende Sklaven unrentabler als abhängige Bauern auf ihren Hufen. Sklaven wachsen so erste "Menschenrechte" zu und zugleich werden freie Bauern in die Abhängigkeit gedrängt. Beide gehen mit abgestuften und zunächst auch individuell bemessenen Rechten in die Grundherrschaft ein, in der sie dann als früher Keim zukünftiger Bannherrschaft unter die direkte Gerichtsbarkeit des Herrn und zugleich unter seine Verfügung über die ländlichen Kirchen geraten.

 

Schon für das 7./8. Jahrhundert sind Urkunden überliefert, in denen Großgrundbesitzer einzelnen Sklaven die Ehe mit Freien erlauben und deren Kindern in Einzelfällen bereits die "Freiheit" versprochen wird. Solche Befreiung kann dann mit der Übergabe eines Mansus oder eines kleineren mansellus verbunden sein. In einem Urkundenformular des Mönches Marculf von 690 heißt es dann über diese Kinder: ihnen sei an Habe zugestanden, was immer sie erarbeiten mögen, allerdings müssen sie jährlich die auf den Boden bezogenen Abgaben, wie es Brauch ist für Freie, leisten (...in: Kuchenbuch, S.92).

 

Das Schwinden der Sklaverei auf dem Lande zugunsten von Zwischenstufen zwischen Unfreiheit und Freiheit wird dann im 10. Jahrhundert ein wesentlicher Aspekt, durch den die Nachantike in das Mittelalter übergeht.

 

Der unfreie und bald dann halbfreie servus ist wie schon unfreie Landbevölkerung in der Spätantike an den Boden und an seinen Herrn gebunden, dem er abgaben- und dienstpflichtig ist. Dieser ist nicht nur Grundherr als Herr über die Menschen darauf, sondern kann auch Gerichtsherr sein, ein Recht, welches aber oft auch nicht daran gekoppelt ist: Grundherr und Gerichtsherr können verschiedene Personen sein. Vermutlich haben in der Regel die Grundherrschaften Immunität, also die Gerichtsgewalt über die Bauern.

Wünsche nach mehr Freiheit werden noch von Thietmar  als presumptio bezeichnet, als Anmaßung, und vermutlich besteht ein beträchtliches Konfliktpotential. Für Thietmar von Merseburg jedenfalls bedeutet der plebeius furor, das Wüten der kleinen Leute, eine beachtlichte Bedrohung.

 

Für das 10. Jahrhundert fehlen aber weithin die Güterverzeichnisse, Urbare, die uns die Strukturen auf dem Lande näherbringen könnten.

 

Die frühmittelalterliche Grundherrschaft entsteht wohl zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert, nicht nur laut Gilomen im mittleren Seinegebiet mit seiner dichteren Bevölkerung und der Eignung für den Ausbau von Getreideproduktion. Von dort strahlt sie dann nach Norden, Osten und Süden aus (Gilomen, S. 31f). Die villa des Herrn wird größer, ebenso das Ackerland vor allem auch durch Rodungen, und mit dem saisonalen Charakter des Getreideanbaus (Pflügen, Aussaat, Ernte) wird es günstiger, Sklaven nicht mehr in großen Stil selbst zu unterhalten, sondern ihnen wie auch bislang freieren Bauern Land abzugeben, von dem sie sich selbst unterhalten.  Sie werden zu servi casati. Damit entsteht die Teilung in abhängige Bauernstellen und einem durch diese Bauern mittels Frondiensten bewirtschaftetem  Herrenland. Damit verbunden ist die Teilung in mansi servili von Sklaven im Übergang zur Rechtsperson und Mansen klassischer Kolonen.

Die Namen mansus (von mansio, Gebäude) und die altdeutsche Entsprechung Hufe (huba) als Bezeichnung für die vom Herrn abhängigen Bauernstellen verbreiten sich mit diesen zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert. Es handelt sich wohl um die Übernahme des Wortes für den Hof des Bauern aus früheren Zeiten. Es ist keine Größenbenennung, denn innerhalb einer Grundherrschaft konnte sich die Fläche einer Manse schon mal um das zwanzig- oder dreißigfache unterscheiden.

 

Seit dem späten 6. Jahrhundert finden sich frühe Hinweise auf Frondienste, also deutlicher spezifizierte, die solche Arbeiten von der überall und immer einsetzbaren Sklavenarbeit unterscheiden. "Als Entstehungszeit der primär fromdienst-bezogenen Grundherrschaft kommt dem 7. Jahrhundert wohl die Schlüsselstellung zu, da zu Beginn des 8. Jahrhunderts diese Form voll ausgebildet ist und als 'Modell' propagiert wurde. (...) Aber genaue Hinweise auf dem Herrenland zugeordnete Frondienste sind erst mit dem 8. Jahrhundert belegt." (Kuchenbuch, S.242) Damit erst ist die Grundherrschaft aus auf den Hofstellen liegenden Diensten und Abgaben vollständig. Alle diese Vorgänge finden westlich des Rheins früher statt als östlich von ihm (Verhulst).

 

Krone, hohe Herren, mächtige Kirchen und vor allem Klöster besitzen die größten Ländereien. "Die Ausdehnung der Frondienstpflichten ist zuerst auf Königsgut und erst danach auf Kirchengütern erfolgt. Während die Frondienste zuerst von Kolonen und Sklaven verlangt wurden, sind sie später auf die Güter verlegt worden." (Gilomen, S.33). Diese Entwicklung ist allerdings Vermutung und kaum durch schriftliche Quellen zu belegen. Soweit noch erkennbar, dauern die auf der Hofstelle lastenden Frondienste zwischen 3 Tagen die Woche und 14 Tagen im Jahr (Bayerl, S.45)

 

Man muss aber etwas unterscheiden zwischen der sich entwickelnden Grundherrschaft der alten Latifundien von Kloster, Kirche und Grafen, Herzögen und Königen einerseits, wobei es im Mâconnais zum Beispiel nur vier, fünf solche "alte Adelige" neben dem Großgrundbesitz der Klöster und des Bischofs gibt, und der neuen, die aus großbäuerlichen Gütern entsteht, die mit der Ausbreitung und Ausweitung von Märkten und der Geldwirtschaft, dem Zukauf von Land und dem Abhängig-Werden verarmender Bauern zu Kleinadeligen aufsteigen. Solchen Großbauern, manchmal in den Urkunden schon nobiles genannt (Bois, S.74) gelingt es dann auch consuetudines, Gewohnheitsrechte für ihre herausragende Stellung zu beanspruchen. In diesen Zusammenhang gehört dann der Zugriff auf die lokale Pfarrkirche und ihren Zehnten, manchmal im Zusammenspiel mit dem zuständigen Bischof. Später geborene Söhne werden immer häufiger auf die geistliche Laufbahn geschickt, die schon lange eng mit weltlichen Karrieren verbunden ist.

 

Solche frühen Großbauern als werdende Grundherren machen höchstens 5-10% der Familien einer ländlichen Region aus, und ein stattlicher Teil von ihnen wird durch Erbteilung und Verschuldung selbst in Abhängigkeit geraten, und nur ein kleiner Teil wird zum neuen Adel aufsteigen, der sich im Mâconnais kurz vor dem Millennium mti den Begriffen nobilis und miles zu schmücken beginnt, Vorläufer des späteren Ritter-Titels. (Bois, S.76) Dafür bedarf es dann schon der Verfügung über acht bis zehn Höfe mit Sklaven und seltener Kolonen und höchstens an die 40 ha Fläche. Dazu gehören dann große Teile des Waldes und bei Cluny des Weidelandes und der Herden von Schweinen, Rindern und Pferden. Man sucht die Nähe zu Graf und Bischof, um Aufstsiegschancen abzusichern.

Diese Leute arbeiten nicht selbst produktiv, vergnügen sich mit der Jagd und dem Kriegertum. Man heiratet nun möglichst nur noch untereinander, gibt den Kindern familienspezifische Namen, und wird im nächsten Jahrhundert dann agnatische Linien ausbilden, in denen zunehmend der älteste Sohn den Hauptteil des Erbes übernimmt. (Georges Duby) Nach und nach bildet sich so ein Geschlechterbewusstsein heraus, charakteristisch für den neuen Adel.

 

Der Form nach ist Grundherrschaft zunächst gegenüber halbfreien Bauern wie die Vasallität eine persönliche Beziehung auf Gegenseitigkeit und zum gegenseitigen Vorteil, allerdings mit einer ausgeprägter vertikalen Machtstruktur. Tatsächlich bedeuten die Verhältnisse innerhalb der familia des Grundherrn jedoch große Vielfalt von Formen der geringeren oder größeren Unfreiheit.

 

 

Nach und nach bildet sich mancherorts, besonders im fränkischen Kernland der Francia, die heute so genannte Villifikationsverfassung heraus, mit ihrer Trennung in den Herrenhof (villa) und die auf ihren Hufen siedelnden, vom Herrn persönlich abhängigen Bauern.  .


Zentrum der Grundherrschaft ist die villa des Herrn, der Salhof, mit Wohngebäuden, Scheunen, Ställen und Werkstätten, Backhaus, Brauhaus bzw. Kelter, Spinn- und Webstuben, eventuell einem Fischteich. Wo möglich kommt dazu eine Wassermühle. Dort arbeiten Sklaven und Hörige. In den Werkstätten werden vor allem die Werkzeuge hergestellt und instandgehalten, die die Landwirtschaft braucht. Daneben gibt es die rein weiblich besetzten Textilwerkstätten, um 810 sind es beim Hof Staffelsee in Bayern 24 Frauen, die vor allem mit Leinen und Wolle arbeiten: Es gibt daselbst ein genitium, in dem sich 24 Frauen aufhalten. Wir fanden darin 5 wollene Gewänder mit 4 Gürteln und 5 Hemden. (in: Kuchenbuch, S.114) 

Solche häufiger anzutreffenden Frauenhäuser bieten bei großen Anwesen auch schon einmal Überschüsse für den Markt an. Die Hörigen bzw. Sklaven, die ganz dort arbeiten, servi non casati, hausen in einfachen Hütten, oft mit ein wenig Gartenland versehen.


Dieser Hof (lat. curtis) mit gelegentlich um die 500 ha ist mit Palisaden oder bei ganz vornehmen einer Steinmauer und Türmen umgeben und befestigt. "Alles in allem gewinnen wir weniger den Eindruck eines Bauernhofes als vielmehr den eines kleinen Dorfes" (Leiverkus in LHL, S.173), allerdings eines, welches streng hierarchisch gegliedert ist.

 

Das übrige Land des Herrn wird unter den Karolingern in Mansen oder Hufen aufgeteilt, die so groß sind, dass sie eine Familie ernähren können, zwischen einem und 10 ha meist. Dort leben die Hufenbauern, die in völlig verschiedenen Verhältnissen von Freiheit oder Unfreiheit für ihre Selbstversorgung arbeiteten, zudem zeitweilig Arbeitsleistungen direkt für den Herrn erbringen und dann auch noch einen Teil ihres Ernteertrages abgeben müssen. Für die Grundherrschaft Staffelsee des Bistums Augsburg heißt das zum Beispiel: Es gehören zu derselben curtis 23 besetzte mansi ingenuiles (...) 19 mansi serviles sind besetzt. (in: Kuchenbuch, S.114). Unbesetzte Mansen, also ohne sie bearabeitende Kleinfamilie, gibt es in fast allen großen Grundherrschaften.

Dazu kommen Abgaben zum Beispiel im Todesfall oder für die Erlaubnis einer Heirat mit jemandem außerhalb der Grundherrschaft. Diese Leistungen sind aber zunächst wohl gering im Vergleich mit den verheerenden Auswirkungen des Kriegsdienstes freier Bauern: lange Abwesenheit von Haus und Hof, Verletzungen und Verstümmelungen, Tod.

 

Ziel der gesamten Grundherrschaft ist aber insbesondere als Villifikation eine Art Autarkie, komplette Selbstversorgung für einen abgeschlossenen Bereich.

 

Daneben entwickelt sich jene Gutsverfassung, bei der sich der Herrenhof auf das Eintreiben von Abgaben mehr oder weniger Unfreier vorwiegend wohl in Form von Naturalien, aber vielleicht zum kleinen Teil auch schon in barer Münze beschränkt. Solche Hof-Ordnungen entstehen bis in die Frühzeit des hohen Mittelalters.Wenn es dann kaum unmittelbares Herrenland gibt, fallen auch die Frondienste weg, stattdessen werden im Süden Westfranziens und in Italien rund 10% der Ernte als taxa abgegeben. Der Eigentümer wird so zum Grundrentner von der Sorte, die dazu neigt, diese Einnahmen auf den Markt zu werfen und zu Geld zu machen.

In Burgund wiederum sollen Höfe bis ins 10. Jahrhundert noch vorwiegend "von zentral wohnenden" Sklaven bewirtschaftet worden sein. (Gilomen, S. 35) Auf solchen auch anderswo existierenden Gutsherrschaften "ist alles in herrschaftlicher Hand und Arbeitsregie" (Kuchenbuch, S.33).

Die Villifikation, also die Aufteilung in Salhof und die Mansen abhängiger Kolonen und Sklaven, entwickelt sich offenbar an einigen Stellen erst, während sie an anderen Stellen bereits wieder durch Aufteilung des Sallandes in Mansen und Ausgabe an Hufenbauern abgebaut wird. Dazu verändert sie sich durch (Erb)Teilung der Hufen, wobei mehr Produktivität Subsistenz auf weniger Land ermöglicht (Kuchenbuch, S.50).

 

Besonders mächtige Grundherren besitzen mehrere, manchmal zwanzig oder mehr solche Herrenhöfe mit Hufenland, die weit verstreut liegen können. Der am Rhein liegende Hof Friemersheim des Klosters Werden hatte Salland, unmittelbares Herrenland bei fünf Ortschaften, gut 122 Hufen in zwanzig Orten. An der Spitze solcher Fronhöfe steht dann ein villicus oder maior, der den Komplex für den Herrn verwaltet. Ein solcher Verwalter ist ein minister, ein selbst abhängiger Dienstmann. Aus solchen Leuten wird sich ländliche Ministerialität entwickeln.

 

Schon in der Merowingerzeit kam es zu großem Grundbesitz. "Aus den Testament des Bischofs Bertechramnus von Le Mans aus dem Jahr 616 geht hervor, dass sein Besitz mehr als 300 000 Hektar Grund und Boden umfasste."

Über den Umfang des Grundbesitzes eines wohlhabenden weltlichen Herren erfahren wir aus der Zeit Karls d.Gr. dadurch, dass ein königlicher fidelis Otakar aus dem Wormsgau mit seiner Gemahlin Hruodswind (vielleicht, weil sie nur eine Tochter haben) nach und nach zumindest große Teile davon verschenken: An das Kloster Fulda geht 754 ein Wingert bei Wackernheim, 772 erhalten "die Mönche außerdem einen Herrenhof mitsamt einem Haus, das er selbst bewohnte, dazu die Hälfte seines Eigentums, das er in Wackernheim von seinen Eltern geerbt oder zwischenzeitlich hinzuerworben hatte, sowie die Hälfte seines Gutes in Saulheim." Allerdings alles erst nach dem Tode beider und ihrer Tochter. 774 gehen an Fulda unter derselben Bedingung "in Wackernheim eine weitere Hofstelle mitsamt Haus, einem Weingarten, einer Wiese und vier Unfreien". 775 gehen "die Hälfte von zwei Tagwerken Land" an eine zu Fulda gehörende Kirche in Bretzenheim. Dazu besitzen sie noch weitere Ländereien. (alles in und laut Patzold, S.29f). Dazu kommen jene beneficia an vier Orten, die nach dem Tode an den König zurückfallen, der offensichtlich der Bitte entspricht, sie dem Kloster Fulda zu schenken. "Allein in Mainz umfasste das beneficium 25 Hofstellen, 56 Unfreie und 16 Liten ("Halbfreie"), außerdem mehrere Weinberge." (s.o.). 

 

Nur zufällig ist etwas vom Umfang der geistlicher Grundherrschaften überliefert, wie vom Bistum Augsburg, dass es um 810 etwa "1427 besetzte und 80 unbesetzte Hufen" besäße (Rösener in: Römer und Barbaren, S.285).

Einen überschaubar großen Fronhof bekommen wir zur Zeit Karls d.Gr. im Urbar, dem Besitz- und Leistungsverzeichnis des Klosters Saint-Germain-des-Prés bei Paris mit seinen 23 Herrenhöfen um 830 und ca. 1700 Mansen "mehr als 30 000 Hektar Land" (Gilomen, S.35) laut dem unvollständigen Polyptichon des Abtes Irmino zum Beispiel folgendes mit: 

Das Kloster hat in Nuviliacus eine Herrenhufe mit reichlichen Nebengebäuden. Es hat dort zehn kleine Felder mit 40 Gewannen, darauf können 200 Scheffel Hafer gesät werden; Wiese neun Joch, von denen an Heu zehn Karren geerntet werden können. Es hat dort an Wald schätzungsweise drei Meilen in der Länge, in der Breite eine Meile, in dem 800 Schweine gemästet werden können. (...) Der Knecht Electeus und seine Frau, die Kolonin Landina, Eigenleute von Saint-Germain, bleiben in Nuviliacus, Er hat eine halbe Hufe, bestehend aus Ackerland sechs Gewann, aus Wiese ein halbes Joch. Er pflügt bei der Winterbestellung vier Ruten, bei der Frühjahrsbestellung 13. Er fährt Mist auf das Herrenfeld und tut und zahlt sonst nichts, wegen des Dienstes, den er dort übernimmt. (...) Es gibt in Nuviliacus sechseinhalb besetzte Hufen, die andere halbe ist unbesetzt. An Feuerstellen sind es 16. Sie erbringen für die Heeressteuer zwölf Hammel, für Kopfzins fünf Schilling vier Pfennig; 48 Hühner, 160 Eier, 600 Bretter und ebenso viele Schindeln, 54 Dauben und ebenso viele Reifen, 72 Fackeln. Sie machen zwei Weinfuhren und zweieinhalb Bretterfuhren im Mai, und einen halben Ochsen. (in: LHL, S.174)

 

Neben Dienst- und Sachleistungen ist also auch Geld zu erbringen, was bedeutet, dass die Hufenbauern Überschüsse auf dem Markt verkaufen müssen. Eine Hufe von vielleicht 14 ha konnte so im besten Falle auch einen geringen (relativen) Wohlstand erwirtschaften, wenn der Herr seinem Bauern nicht zu viel abpresste.

 

In Nogent L'Artaud gibt es zum Beispiel laut demselben Verzeichnis 24 1/2 mansi ingenuiles, die u.a. 205 Scheffel Wein zinsen,  74 Scheffel für die Schweinemast, dazu 20 1/2 Schweine, 4 Schafe, und Hühner samt Einern 74. Daneben gibt es 10 mansi serviles. Sie zinsen für die Schweinemast 21 1/2, Scheffel Wein. 8 1/2 Schafe, 650 Schindeln, 30 Hühner mit Eiern. (in: Kuchenbuch, S.125)

 

Abteien auch östlich des Rheins können inzwischen sogar  ein Vielfaches davon besitzen.

 

Einer der ganz großen Grundherren der Karolingerzeit ist das Kloster Prüm. Von ihm abhängig sind rund 3000 Höfe, die Mönche und Vasallen zu ernähren haben, besonders konzentriert um die Tochterklöster Münstereifel, St. Goar und Altrip. Viele weitere Höfe erstrecken sich aber "von Südholland bis Oberlothringen, , von der unteren Lahn bis an die mittlere Maas" und anderswo. (Kuchenbuch, S.18). In einem Urbar von 893, also vom Anfang unserer Schwellenzeit, sind sie aufgelistet.

In einer Urkunde von 886 schließt der lothringische Hochadelige und große Grundherr Hartmann einen Vertrag auf Gegenseitigkeit mit dem Abt dieses Klosters zum beiderseitigen Nutzen. Darin übergibt er dem Kloster einige Güter in bestimmten Gegenden, die er allerdings lebenslang weiter nutzen kann, um vom Kloster in anderen Gebieten Güter als beneficium verliehen zu bekommen - (zunächst nur auf Lebenszeit).

Zu den Herrenhöfen, verwaltet von maiores bzw. villici, gehört, wie detailliert beschrieben wird, das Herrenhaus, die Scheune und der Speicher. Auf Mansen sitzen mancipia, also Sklaven, die Äcker, Wiesen, Weiden und Wälder bewirtschaften. Andere Familien bewirtschaften Weinberge oder Mühlen. Sie leisten konkret benannte Dienste wie die Flachsverarbeitung und dann solche, für die nur die Zeitdauer angegeben ist (Pflügen, Transporte usw.). Daneben werden die Abgaben aufgelistet, die sie zu festen Terminen zu leisten haben.

Zu einem Hof gehört eine Kirche mit allem Zubehör und ein Priester, der zudem wiederum mit Ackerland von fünf Hufen, besetzt mit zinspflichtigen censualia mancipia, Forst für die Mast von 300 Schweinen und etwas Wingert ausgestattet ist. Die mancipia auf diesem Hof haben jährlich Wachs im Wert von sechs Denaren zur Beleuchtung der Kirche abzugeben.

 

Die Privilegierungen des Prümer Klösters umfassen seit der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts auch Marktrechte, Zollfreiheiten und sogar Münzrechte wie in Münstereifel. Der Anteil der Geldwirtschaft nimmt deutlich zu.

 

Grundherren können auch Bergwerks- oder Salinenbesitzer sein. Aber der Kern ihres Reichtums ist meist die Bearbeitung des Bodens, die Viehzucht und die Nutzung des Waldes. Indem sie auf ihrem Grund Mühlen bauen lassen, später Backstuben und Braustuben, wird jeder, der sie benutzen will, abgabenpflichtig.

 

Die Müller, Aufseher von Salinen, Schmiede, Hirten und Förster fallen aus dem bäuerlich-grundherrlichen Zusammenhang insofern heraus, als sie je ein spezifisches ministerium betreiben, so wie der Meier oder Villicus. Auf sie entfallen darum kaum Abgaben oder Dienste, aber sie verfügen oft dennoch über eigene Hufen.

Beispielhaft dafür ist die de molinis (...) ratio der Statuten des Klosters Corbie: Erstens, dass einem jeden Müller ein mansus und sechs Tagwerk an Land (ex bonuaria de terra) gegeben werden; weil wir wollen, dass er etwas hat, aufgrund dessen er das, was ihm zu tun befohlen wird, tun kann, und er jenes Mahlen gut und richtig macht: dass heißt, dass er Ochsen und anderes Vieh hat, mit denen er erarbeiten kann, wovon er und seine ganze Familie leben können; er soll Schweine, Gänse und Hühner füttern, die Mühle in Ordnung halten und alles Bauholz heranbringen, das zum Ausbessern jener Mühle dient, die Schleuse ausbessern, Mühlsteine heranbringen und alles, was eben dort nötig zu haben oder zu tun ist, soll er er haben und tun können. Und gleichermaßen wollen wir nicht, dass er irgend einen anderen Frondienst tut: weder mit dem Karren noch dem Pferd, er soll keinen Handdienst leisten, nicht pflügen, nicht ssäen, kein Getreide oder Heu einbringen, kein Getreide malzen, keinen Hopfen und kein Feuerholz zinsen oder sonst irgendetwas für die Herrschaft verrichten, sondern er diene ausschließlich sich und seiner Mühle. (...) Das, weil nämlich 2000 Scheffel Mehl von den Mühlen zu unserer Verfügung zum Kloster kommen müssen (... in: Kuchenbuch, S.115f)

 

In den größeren Rahmen der Grundherrschaft gehören auch freie Bauern, die aber zur Pfarrei der grundherrlichen Eigenkirche gehören und dem Pfarrer für seine "Leistungen" den Zehnten schuldig sind.

 

Rechtlich bleiben freie Bauern, die sich in eine Grundherrschaft begeben und dort auch ihr Land einbringen, in gewissem Sinne Freie, im Unterschied zu den mancipia des Herrenhofes. "... sie bleiben dem jeweiligen Grafen und natürlich dem König untergeordnet. Sie sind rechtlich frei, vom Grundherrn jedoch abhängig, denn er hat die niedere Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt über alle Angehörigen seiner Grundherrschaft." (Leiverkus in LHL, S.176)

 

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In der ländlichen Grundherrschaft, in der die allermeisten Menschen am Ende leben, steht neben dem Bezug zum Herrn auch der zum Diener des höchsten Herrn, dem Priester. In dem fränkischen Eigenkirchen“system“ war der Stifter und Erbauer der Kirche auch der, der den Priester bestellte. In den Anfängen war das billigerweise oft einer seiner Knechte, dessen Vorbildung und geistlicher Lebenswandel vermutlich sehr zu wünschen übrig ließen. Der große Karl fordert, die Qualität der Priester zu heben, die Erfolge treten aber, wo überhaupt, erst Jahrhunderte später ein.


Die Verbindung von Grundherrschaft und Eigenkirche tendiert dazu, priesterliche Aktivitäten und kirchliches Leben auf den Grundherrn hin zu orientieren. In den vielen kirchlichen Festivitäten entwickelt sich aber ein eigenständiges Gemeindeleben. Dieses verbindet sich später mit gemeinsamen Verabredungen für die Landarbeit und anderes.

 

Erhalten ist aus der Zeit Karls d.Gr. (um 810) das Urbar, also Gesamtverzeichnis eines augsburgisch-bischöflichen Hofes in Staffelsee mit der Michaelskirche. Die Kirche selbst ist eine Art Schatzkammer: wir fanden einen Altar, mit Gold und Silber geschmückt, fünf vergoldete Reliquienschreine, mit glänzenden Edelsteinen und Kristallen verziert, dazu ein Kupfergefäß, teilweise vergoldet, ein kleines Reliquienkreuz aus vergoldetem Blattsilber mit einem Riegel, ein zweites kleines Reliquienkreuz aus Gold und Kristall, ein größeres Kreuz aus Gold und Silber mit durchscheinenden Edelsteinen. Es hängt über dem Altar eine teilvergoldete silberne Krone, die 2 Pfund wert ist. Und in der Mitte dieser Krone hängt ein kleines kupfernes, vergoldetes Kreuz und ein kristallener Apfel. Und in dieser Krone hängen kreisförmig 35 Reihen von Perlen in verschiedenen Farben. Es sind dort an angebrachtem Silber 3 Schillinge. Dort sind 4 goldene Ohrringe, 17 Pfennige wert. (usw.usf., in: Kuchenbuch, S.111)

 

Dann finden wir dort den Herrenhof und das Haus mit den übrigen Bauten, die zur Kirche gehören. Dem Hof sind zugeordnet 740 Joch Pflugland, Wiesen, die 610 Fuder Heu einbringen können. Von der Ernte fanden wir bloß die 30 Fuder, die wir an die 72 Pfründner gaben, (...) weiter ein zugerittenes Ross, 26 Ochsen, 20 Kühe, 1 Stier, 61 Stück Kleinvieh, 5 Kälber, 87 Schafe, 14 Lämmer, 17 Hammel, 58 Ziegen, 12 Böcklein, 40 Schweine, 50 Ferkel, 63 Gänse, 50 Küken.

Vorhanden ist ferner ein genitium mit 24 Frauen, die an Webstühlen arbeiten, Gebäude für andere vom Herrn abhängige Handwerker und die Hütten der den unmittelbaren Bereich des Herrenlandes bestellenden Landarbeiter.

Soweit das Herrenland, dazu kommen 23 Hufe, auf denen freie Bauern sitzen, von denen ein Teil gelegentlich Botendienste zu leisten und die Hälfte Kriegsdienste zu leisten hat. 19 Hufen sind mit mehr oder weniger unfreien Knechten besetzt, die drei der sechs Werktage Frondienste leisten müssen und deren Frauen ein Leinenhemd oder Stoff abzuliefern hatten. Insgesamt umfasst die Grundherrschaft zwischen 200 und 300 Menschen. (Alles nach Fried, S.220ff und Kuchenbuch, S.112))

 

Eine andere Größenordnung hat das von Königsboten 787 untersuchte Kloster Fontenelle in der Normandie (St.Wandrille, in den 'Gesta' der heiligen Väter dort aufgehoben), wobei die Mansen für die Hufen stehen:

Dies ist die Summe der Besitzungen dieses Klosters, die auf Befehl des unbesiegbaren Königs Karl dem Abt Landricus von Jumièges und dem Grafen Richard im 20. Jahr seines Königtums, dem Jahr des Todes des Abtes Wido. aufgezählt wurde. Zunächst das, was zum persönlichen Gebrauch der Mönche und zu ihrem Unterhalt zu gehören scheint: 1326 ungeteilte Mansen, 238 halbe Mansen, 18 zu Handdiensten (manuoperarii) verpflichtete Mansen, zusammen 1569, unbewirtschaftet 158 Mansen; sie haben 39 Mühlen.

Zur Versorgung der Mönche dienten knapp zwei Fünftel, der Rest stand dem Abt auch und vor allem für seinen Dienst am König zu. Dazu kommt: Als Lehen ausgetan (in beneficii relaxati) sind aber 2120 ganze, 40 halbe 235 zu Handdiensten verpflichtete Mansen, die zusammen 2395 ergeben, 156 unbesetzte, die Lehnsträger selbst haben 28 Mühlen. (Kuchenbuch, S.100, Fried, S. 363)

 

Das Kloster selbst gibt also Lehen aus, ist dabei selbst Vasall, über dem wiederum Vasallen stehen, die auf oberster Ebene einem Fürsten/König treu zu dienen haben. Sehr große Klöster können rund hundert Vasallen haben. Solche Vasallen als Grundherren besitzen vererbbares Allod, dann oft Gut, welches mit einem Amt oder einer Funktion verbunden sein kann, und Lehnsgut, beneficia. Aus der Verbindung von Grundherrschaft und Vasallität entfaltet sich feudales Rechtsgefüge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bruch mit dem Mittelalter

 

Fabriksystem, Untergang des Handwerks und Industrialisierung der Landwirtschaft

"Aufklärung"

Verwissenschaftlichung

Politische Theoriebildung als alleinige Rechtfertigung von Machtausübung

 

 

 

Macht

 

In den Anfängen der deutschen Sprache bedeutete Macht so etwas wie Können, Fähigkeit, Vermögen, es ist das, was jemand machen kann und darum auch tut. Macht erweist sich nur darin, dass sie ausgeübt wird. Solange das nicht geschieht, springt das Wort Möglichkeit ein, welches sich schnell mit der lauten oder stillschweigenden Androhung von Machtvollkommenheit verbindet.

In der Sprache der Belesenen, dem Lateinischen, ist dem am ehesten potentia verwandt, welches aus dem Verb posse abgeleitet ist, welches "können" bedeutet.

 

Aus der sich daraus ergebenden Unklarheit entkommt man nur, wenn man sich der lebendigen Natur zuwendet, der Menschen angehören. Danach ist das Streben nach Macht der Grundtrieb alles Lebendigen. Ausgeübt wird er auf zwei grundlegende Weisen: Bei Pflanzen ist das die Ernährung vorwiegend von anorganischem Material zum Zweck des Überlebens mit dem Ziel, Nachwuchs hervorzubringen, während Tiere wie auch der Mensch mit demselben Ziel sowohl von Pflanzen wie von anderen Tieren leben.

 

Einmal lebt Leben von Leben, also vom Töten, Verschlingen und Verdauen von , Lebendigem und zum anderen davon, dass es Leben aus sich selbst hervorbringt, bei komplexeren Lebensformen durch die Ausbildung zweier Geschlechter und vermittels der Kombination von deren Erbanlagen.

 

Damit ist klar, was sich als naturgegebenes Machtstreben erweist. Im Tierreich gibt es darüber hinaus manchmal Macht als Anführerschaft, etwas, was auf dem Weg in menschliche Zivilisationen dann ausgebaut wird: Macht von Menschen über Menschen.