Technik
Textilien (Florenz)
Bergbau. Erze, Metalle, Kohle und Salz
Handwerk
Verlags-System
Industrie?
Kapitalkonzentration und Monopol-Bildung
Kaufleute und Firmen
Finanzkapital und Geldmarkt
Proletarisierung
Sklaverei
Läden und Kleinhandel
Weltwirtschaft und Welthandel
Der machtpolitische Niedergang der Hanse
Messen und Börsen
Transport und Verkehr
Technik
Technische Innovation beflügelt seit spätestens dem 15. Jahrhundert die Phantasien nicht nur von Literaten. Soweit erkennbar, scheint jene Technikbegeisterung einzusetzen, die heute die Massen vor allem in den Metropolen des Kapitals und in den Köpfen der Politiker begeistert.
Der Nürnberger Humanist Eobanus Hessus schreibt so z.B. 1532:
Ein großes Wasserrad bewegt eine Welle, an deren Ende Zähne die Kraft fortleiten. Mächtige Zangen, Drachenmäulern vergleichbar, ergreifen mit ihren Zähnen das Eisen und ziehen es auseinander, wütig gegeneinander anspringend, als kämpften sie für ihr Leben, nicht für das Eisen. So wird das Eisen zu Draht und dieser dann aufgerollt. Welcher Gott, ihr Musen, hat diese wunderbare Kunst gelehrt? Ein Deutscher, ja ein Nürnberger war es, der anfangs seine Erfindung aus Habsucht geheimhielt. (in: SchubertEinführung, S.183)
Die Reformatio Sigismundi formuliert schon um 1423:
Wir erkennen auch und schließen, dass kein Handwerksmann etwas Neues erdenken oder erfinden oder gebrauchen soll, sondern jeder soll aus bürgerlicher und brüderlicher Liebe seinem Nächsten und Nachbar folgen und sein Handwerk ohne eines anderen Schaden treiben.
Aber es gibt weiter Erfindungen des Handwerks wie um 1500 den Schraubstock, wohl in Nürnberg erfunden, bis 1750 verbessert. In derselben Zeit kommt die Hobelbank mit Schraubzangen auf, um 1510 die Taschenuhr, um 1550 das Münzwalzwerk und 1561 eine verbesserte Drehbank.
Spätere Erfindungen wie im 16. Jh. der Bandstuhl und im 17. Jh. der Strumpfwirkerstuhl führen im Laufe der Zeit zu einer Verdopplung bis Verdreifachung der Produktivität.
Andererseits setzt sich der Farbstoff Indigo nur langsam zwischen 1569 und Anfang des 17. Jahrhunderts durch, weil es mehrmals von der Obrigkeit verboten wird.
Textilien
Die Produktion schwerer Wollstoffe geht zugunsten von leichteren Geweben wie Leinen, Barchent und anderen Mischgeweben zurück. Daneben werden leichtere, feinere Wollstoffe wie Seide und Samt stärker nachgefragt. Wo Städte da nicht mithalten können, wie Trier oder Orte am Mittel- und Niederrhein, verlieren sie Textilproduktion.
Da vielerorts auf dem Lande Flachs angebaut werden kann, wird Leinen oft auch dort hergestellt. Aber die Städte bleiben für das Bleichen und Weiterbearbeiten, die Schau bzw. Legge wie für den Handel Zentren. Obwohl die Zünfte die ländliche Leinenproduktion einschränken wollen, gibt es es eine gewisse Verlagerung auf das Land..
Die Produktion von Textilien wird zunehmend vom auf das Land ausgreifenden Verlagssystem geprägt. (s.u.)
Mit dem Flachsanbau werden Münster und Osnabrück zu Zentren einer exportorientierten Leinenindustrie. Barmen und Elberfeld, um 1600 noch Dörfer, wachsen zu einem neuen Gewerbegebiet zusammen, das um 1800 mit Köln und Aachen konkurrieren kann.
In Amsterdam, Haarlem und Leiden gibt es Tuchproduktion in den Städten und auf dem Lande. Höher kapitalisiert wird in den südlichen Niederlanden die Sptzenklöppelei in Brüssel und die Produktion von Gobelins mit einem ausgeprägten Unternehmertum.
Florenz, Mailand, Como und Venedig bleiben Zentren der Produktion von Wolltuchen, deren Bedeutung im 17. Jahrhundert dann abnimmt. Daneben nimmt in Lucca, Mailand und Bologna die Produktion von Luxusstoffen wie Seide und Brokat zu. Seide wird dann im Laufe der Zeit auch in Lyon und ddanacch auch Antwerpen produziert.
***Florenz***
Mit der Errichtung des (Groß)Herzogtums Toskana gerät Florenz in eine lange und eher bislang ungewohnte Friedenszeit, nur kurz unterbrochen von der Eroberung Sienas 1554-55. Die Staatsfinanzen, von denen die Fürsten sich einen großen Teil einheimsen, kommen im wesentlichen von indirekten Steuern Abgaben und Gebühren, wie es florentinische Tradition ist, was den Vorteil hat, dass sie kontinuierlich fließen.
Gegen die "republikanische" Verfassung der bislang herrschenden kapitalkräftigen Oligarchie setzt Herzog Alessandro de Medici 1534 die Zusammenfassung der bisherigen 14 Handwerker-Artes in vier neue Gruppen: Bau- Holz- und Metallgewerbe werden in die università dei fabbricanti gebracht, die Lebensmittelversorgung in die università di Por San Piero, das Lederhandwerk in die dei Maestri di Cuoiami, und die Gastwirte, Weinhändler und Leinenhändler in die università dei linaioli. Sie alle werden von Cosimo I. in dem Neubau der Uffizien unter Kontrolle gehalten. 1583 werden die fabbricanti und die Por San Piero dann zu einer università verschmolzen.
Durch den größten Teil des 16. Jahrhunderts kann Florenz seine starke Stellung als Textilmetropole halten, obwohl es seinen Markt im Nahen Osten verliert. Diesen übernimmt Venedig mit seinem dort traditionell verzweigteren Handels- und Finanznetzwerk. Um 1560 sind die Florentiner dort aus dem Tuchgeschäft draußen.
Dafür gewinnen sie in dieser Zeit mit einem vor allem schwarz gefärbten Rascia-Stoff von erheblichem Prestige neue expandierende Märkte im Norden, konzentriert auf die kastilischen Messen, die von Lyon und die Handels- und Finanzzentrale Antwerpen. Daneben können sie sich weiter den italienischen Markt mit venezianischen Firmen teilen.
Allein die Textilindustrie kann durch das 16. Jahrhundert der halben Einwohnerschaft von Florenz ein Existenzminimum sichern, wobei der Lohnanteil in der Wolltuch-Produktion wesentlich höher ist als im Seidenfach.
100-150 überschaubar große Firmen teilen sich weiterhin in die Wolltuchproduktion, und es fließt immer noch Kapital in sie, auch wenn die Gewinne aufgrund der höheren Rohstoff- und Produktionskosten für bessere Qualität abnehmen. Die Corsi besitzen gegen Ende des Jahrhunderts vier Wollfirmen und die Riccardi, nach den Medici reichste Florentiner Familie, investiert 1568 etwa 4000 Florin in Wolltuchfirmen und um 1600 etwa 19 000 Florin in vier solche, neben ihren Anlagen in Seidenfirmen, die dahinter zurückstehen (Goldthwaite, S.276). Ein Vorteil florentinischer Firmen ist der stabile Standort unter den Medici-Fürsten, flankiert mit deren Tendenz zu einem gewissen Protektionismus.
Im Verlauf des 16. Jahrhunderts gerät die Versorgung mit der hochwertigen kastilischen Wolle immer mehr in die Hand kastilischer und genuesischer Firmen.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts haben wenige solcher Firmen wie die von Simon Ruiz das Geschäft monopolisiert, und dann lässt deren Nachschub empfindlich nach, insbesondere weil sie sich stärker auf Venedig konzentrieren. Florentiner Wolltuchfirmen sind nun wieder stärker auf italienische Wolle angewiesen, was in der Folge die Qualität sinken lässt.
Daneben steigt die europäische Konkurrenz für Qualitätstücher in Spanien, Südfrankreich und nach 1570 von Holland und England. Der Globalisierung ist die florentinische Produktion nicht gewachsen, die bis dato überall dorthin exportiert hatte, wo die Qualität großräumig geringer gewesen ist. Zudem fehlt bei der europaweit immer stärkeren Kapitalisierung der Produktion in der Toskana eine Reserve an billiger (landloser) Arbeitskraft vom Lande, da die Landbevölkerung über Diversifizierung und Marktorientierung ein Auskommen behält.
Von 1660 bis 1620 halbiert sich die Zahl der Produktionsfirmen und die Zahl der Webstühle sinkt noch erheblich mehr.
Die Florentiner Seide erreicht auf den europäischen Märkten nie eine so dominante Stellung wie im 15. Jahrhundert die Wolltuche aus der Stadt. Die Diversifikation über immer mehr europäische Produktionsstätten und die Vielfalt von hunderten von etwas unterschiedlichen Tucharten verhindert das. Die meisten Seidenfirmen in Florenz konzentrieren sich im 16. Jahrhundert auf das weniger teure Segment der Seidenstoffe, vor allem Satin, und verzichten auf Brokat und Samt - und fahren damit gut. Die Zahl der Seidenfirmen beträgt 1561 91 und es gibt 20 battiloro-Firmen. Im Verlauf des Jahrhunderts verdoppelt sich der Import von Rohseide und die Zahl der Webstühle. Um 1600 kommt die gesamte italienische Seidenproduktion mit italienischer Rohseide aus. Florenz bezieht 35% alleine aus der Toskana. Das ist nicht unwesentlich, macht sie doch etwa 60% der gesamten Kosten für die Herstellung eines Seidentuches aus.
Nicht unwesentlich ist auch die fortgesetzte Förderung durch die Medici-Fürsten. Insgesamt gelingt es der Florentiner Seidenproduktion, anders als den Wolltüchern, ins 17. Jahrhundert hinein eine starke Stellung auf dem europäischen Markt zu behalten.
Wirtschaftsförderung wird überhaupt mit den selbst schwerreichen Medici-Herzögen wichtig. Cosimo I. schickt Spione nach Murano und lockt von dort einen Glasmacher, dem er neben einer vollständigen Werkstatt und vielen Privilegien auch 1000 Florin bietet. In seinem Palazzo Vecchio lässt er Werkstätten für Goldschmiede, Juweliere, Weber und Destillateure einrichten. Francesco erbaut in den 1570er Jahren das Casino di SanMarco, wie er eine Gießerei, eine Destillerie, Räume für alchemistische Studien und andere für Handwerker einrichtet, eine Art handwerkliches Forschungsinstitut.
Bergbau, Erze, Metalle, Kohle, Salz
Im Erzgebirge gibt es Stollen von 5-10 km wie in Joachimsthat
Gegen Ende des 15, Jahrhunderts verlieren die Bergleute aufgrund der zunehmenden Technisierung des Bergbaus fast überall ihre Selbständigkeit. Die Bergwerke gehen in die Hände von Kaufleuten über. In Kuxen aufgeteilt, bringen die Fürsten einen Teil in ihre Gewalt. 1580 hält der König August I. von Sachsen z.B. 2822 Kuxen. Die Bleibergwerke in Oberschlesien fallen im 16. Jahrhundert neben dem König und dem Adel zu drei Fünfteln an Krakauer Kaufleute. (Durand2, S.352)
In die Bergwerke zieht Lohnarbeit ein. "Um 1550 beschäftigen die Bergwerke von Schwaz und Falkenstein (Tirol) über 12 000 gelernte Bergleute, von denen sich allein 500 bis 600 mit der Führung des Wassers befassen." (Durand2, S.354) Ihre Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung organisieren die Kapitaleigner zu für sich günstigen Preisen.
Im Kupferrevier von Eisleben/Mansfeld gibt es Anfang des 16. Jahrhunderts rund hundert Schmelzöfen, die Zehntausende Zentner Rohkupfer produzieren. (Gerteis, S.20)
Aus Mexiko und Peru vor allem kommt Gold nach Spanien.
Mitte des 16. Jahrhunderts gerät die deutsche Montanwirtschaft mit abnehmenden Erträgen in die Krise. Im Reich sind zunächst Steiermark, Harz, Erzgebirge, Oberpfalz Erzabbau-Gebiete, und darüber hinaus u.a. Bergisches Land, Siegerland und südliches Sauerland betroffen. Mitte des 16. Jahrhunderts übertrumpfen die amerikanischen Silberminen bei weitem den europäischen Silberabbau. Konkurrenz bieten Schweden mit Eisen und Kupfer, Kupfer auch aus Norwegen, Eisen aus Russland, dazu kommt das amerikanische Gold und Silber, Zinn auss Siam, Gold aus China und Silber und Kupfer aus Japan. Zur Konkurrenz kommen steigende Holzpreise und Löhne.
Das für die Silbergewinnung unentbehrliche Quecksilber kommt aus Almadén und Idria, wobei ersteres bis 1645 in der Hand der Fugger bleibt und letzteres mehr oder weniger österreichisches Staatsmonopol ist.
Vielerorts, so in England und Oberschlesien, investieren Grundbesitzer selbst in die Eisenproduktion bis hin zu Hochöfen und Hüttenwerken, besitzen sie doch auch die Wälder für die Holz-Feuerung.
In England nimmt die Bedeutung der Steinkohle insbesondere auch als Heizmaterial für London zu, während in Mitteleuropa die Holzkohle dominant bleibt. Kohle-Tagebau bleibt vorläufig wenig kapitalisiert und in der Hand genossenschaftlicher Unternehmungen. Ganz langsam nimmt der Kohlegebrauch in Glashütten und dann auch in Hüttenwerken zu.
Steinsalz bleibt in den Händen des größeren Kapitals, während Meersalz von kleineren Unternehmen abgebaut wird, und die Kaufleute nur die Vermarktung übernehmen.
Handwerk
Bäuerliche Nahrungsmittelproduktion und handwerkliche Warenherstellung bleiben im lateinischen Abendland die beiden wichtigsten Produktionszweige bis ins 18./19. Jahrhundert. Oft wohl mindestens ein Drittel städtischer Haushalte beruht auf Handwerk und sie bilden auch etwas mehr als die Hälfte aller Haushalte mit Bürgerrecht. (Rosseaux, S.49) Dominierend sind das Nahrungsmittel-Gewerbe mit vielleicht 30% und das Textilgewerbe mit um die 10%.
Dabei nimmt aber die Kapitalisierung in einzelnen Sparten zu, wozu dann bald auch das Druckergewerbe kombiniert mit dem Verlagswesen und der Buchbinderei gehört. 1605 kommt in Straßburg eine erste gedruckte Wochenzeitung heraus und 1650 in Leipzig eine erste Tageszeitung.
Auch die Spezialisierung nimmt weiter zu. So gibt es im Bäckerhandwerk nunmehr bald Kuchenbäcker, Zuckerbäcker, Pastetenbäcker und Oblatenbäcker. Ähnlich sieht es im Schmiedehandwerk aus, wo Nagel-, Huf-, Messer und Kupferschmiede auftauchen. (Rosseaux, S.50)
Die meisten Handwerker arbeiten in Kleinstbetrieben mit höchstens einem Gesellen. Mehr davon gibt es eher bei Maurern und Zimmerleuten, nämlich bis zu fünf, und die können sogar verheiratet mit eigenem Hausstand sein.
Das heute noch bekanntere Bild vom mittelalterlichen Handwerk wird von dem des 15. bis 17. Jahrhundert geprägt: Die Zünfte, Pflicht für fast alle, schließen sich langsam ab. Produktionsart, Qualität. Menge und Preise werden immer stärker zünftisch reglementiert. Weberordnungen regeln z.B. die Länge und Breite der Stoffe, die Mindestzahl der Fäden bei einer bestimmten Breite. Einzelne Meister betreiben nicht nur die Qualitätskontrolle, sondern auch
Geldbußen bei Mängeln und Entschädigungen für Kunden.
Die Anzahl von Meistern und Gesellen wird begrenzt, die Anzahl der Webstühle eines Meisters. Die 'Nahrung' des einzelnen Haushaltes soll gesichert werden. Dazu greifen Landesherren bzw. das Reich bei den Reichsstädten in die Zunftordnungen ein bzw. erlassen sie. Am stärksten greift der brandenburgische Fürst in das Handwerkswesen ein.
Das Meisterstück kommt auf und die Gesellen werden immer nachdrücklicher dazu bewegt, eine Wanderzeit einzulegen
Zugleich schwindet der politische Einfluss der Zünfte.
Die Arbeitszeit ist lang und daran ändern auch die neuen Turmuhren nichts, die nur exaktere Zeiten ermöglichen. "Ende des 15. Jahrhunderts begannen die Gesellen des Schmiedehandwerks in Hamburg, Lübeck und Lüneburg frühmorgens um drei Uhr mit ihrer Arbeit, die bis sechs Uhr abends andauerte. Ende des 16. Jahrhunderts sind für die Hamburger Tuchmacher Arbeitszeiten überliefert, die von fünf Uhr morgens bis neun Uhr abends reichten." (Rosseaux, S.119).
Zeiten stark gestiegener Lebensmittelpreise wie in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts senken den Anteil der massenhaften Nachfrage nach Waren des Alltags. Das führt gegen 1600 zu städtischen Revolten verarmter Handwerker. Je mehr die zünftigen Gewerbe sich abschließen, desto stärker wird die Konkurrenz mit niedrigeren Preisen in den Vorstädten und dem Umland durch zunftfreie Gewerbe, was nun immer schärfer verboten werden soll. Zudem wird die Aufnahme in die Zünfte erschwert. Gesellen wiederum wird es noch deutlicher als zuvor verboten, nebenbei für den Markt zu arbeiten.
Das Meisterstück wird im 16. Jahrhundert immer teurer, "das Meisteressen immer aufwendiger und damit für die meisten Gesellen unerschwinglich (...), wodurch sich ein System sozialer Inzucht abzeichnet, in dem allein die Heirat einer Meisterstochter oder -witwe den fremden Gesellen den Eintritt in die Innung ermöglicht." (SchubertEinführung, S.121) Die Anzahl lebenslanger Gesellen ohne Aussicht auf eine Meisterposition nimmt zu.
Handwerker verkaufen ihre Waren an festen Tagen auf dem Markt, oft aber an den marktfreien Tagen weiterhin auch in ihren Ladengeschäften bei den Werkstätten.
Zunftkauf: Die Zünfte schließen unter Aufsicht des Rates mit Verlegern kollektive Lieferverträge für die ganze Zunft ab. In Schlesien und insbesondere der Oberlausitz konzentriert das die Leinenproduktion in den Städten. In Westfalen bleibt sie hingegen auf dem Lande und nur der Handel findet in den Städten statt.
Der durch das Mittelalter anhaltende Weg von der Sitte zur bürgerlichen Sittlichkeit wird schon im 15. Jahrhundert in Kreisen des Handwerks deutlicher. 1487 fordern die Braunschweiger Gildemeister, dass "die Dirnen keine langen Mäntel und kein Geschmeide tragen dürfen", was belegt, "dass die Mittelschicht Moral in die Stadt zu transportieren versucht." (SchubertEinführung, S.121) Nun im 16. Jahrhundert wird systematischer Sittengesetzgebung betrieben.
In frühen Manufakturen wird der Zunftzwang gebrochen. Ähnliches gilt für das Hofhandwerk, das von den Beschränkungen und der Jurisdiktion der Zünfte frei ist.
Verlagssystem
In einiger Entfernung von den Städten breitete sich zunehmend und nicht mehr nur im Nebenerwerb oder im Verlagssystem (Weber) ländliches Handwerk von Schuhmachern, Schneidern, Schmieden, Schreinern, Seilern und anderen aus. Die Städte versuchen es zu verdrängen, aber langsam bilden sich insbesondere auch aus derjenigen ländlichen Bevölkerung, die es nicht mehr schafft, Höfe zu bewirtschaften und nicht zum städtischen Proletariat gehören will, ein breit gestreutes ländliches Gewerbe aus, welches den ländlichen Raum bedient.
Im Hanseraum gibt es zunächst nur in einigen Regionen Landgewerbe im Verlagssystem, um Aachen, Köln, Breslau und in der Leinenproduktion in Westfalen wie um Münster.
Das Verlagssystem nimmt stärker zu mit der der Verarbeitung von Baumwolle und Seide und dem Aufkommen von Indigo, welches Waid als blauen Farbstoff ablöst. Alles das liefern Fernhändler, die so Weber von sich abhängig machen können.
Besonders in der Textilproduktion werden Arbeitsschritte in Heimarbeit auf dem Land verlegt, die dann im Verlagssystem enden, indem Kapital die Rohstoffe stellt und die Fertigprodukte dann vermarktet.
Im thüringischen Meiningen gibt es im 16. Jahrhundert "etwa 280 Weber mit oft mehreren Webstühlen, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum größten Teil für die beiden zugewanderten Verleger Christoph Nötz und Jobst von Hagen" arbeiten. Mit ihrem Kapital erreichen sie eine Ausweitung der Produktion. (Mägdefrau, S.269)
Der Lohnanteil der Weberei liegt bei einem Drittel bis der Hälfte des Endpreises, im eisenverarbeitenden Handwerk eher unter 10%. (Kaufhold/Reininghaus, S.54) Meist sind es vor allem die Rohstoffe, bei denen man zu sparen versucht.
In Calw kommt es im 16. Jahrhundert zu Preisabsprachen beim gemeinsamen Ankauf zwischen Färbern und Kaufleuten. Verleger beginnen, die Qualitätskontrolle statt der Weber zu übernehmen. Konkurrenz zwischen reichsstädtischen Zentren in Württemberg und solchen wie in Urach, die der Herzog einrichtet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg errichten die Färber eine Zunft, die Färbung und Handel kontrolliert. Bezahlung von Ware wird z.T. mit der nächsten Woll-Lieferung verrechnet. Das stärkt die Zentralität von Orten wie Calw, Urach und Ulm.
Verlagssystem macht sich auch früh im Bergbau breit, vor allem auch mit der Trennung von Bergbau, Schmelzen und erster Verarbeitung beim Vorkommen und der zweiten dann in den Handwerker-Städten.
Martin Luthers Vater Hans ist über Jahre hinweg "mit der beträchtlichen Summe von mehreren tausend Gulden der weiterverarbeitenden Kupfergesellschaft verpflichtet, die nicht nur die Materialien zum Abbau und Schmelzen des Kupfers vorfinanzierte, sondern auch den Vertrieb des Produkts besorgte und somit den Verkaufspreis bestimmte." (Oberman(2), S.90) Er wird aber durchaus ein wenig vermögend sterben.
Gelegentlich versuchen Landesherren, monopolartige Betriebe zu errichten, wie der württembergische Herzog mit Eisenfaktoreien in Stuttgart, Tübingen und Urach.
Industrie?
Industrie ist eines der vielen Wörter in der (deutschen) Sprache mit etwas unklarer Bedeutung. Das lateinische Wort schleicht sich seit dem späten 17. Jahrhundert mit der Bedeutung Fleiß in die deutsche Sprache ein, verengt sich im 18. Jahrhundert zunächst auf den Gewerbefleiß und dann das Gewerbe überhaupt. Mit dem Aufkommen des Fabriksystems meint es dann im 19. Jahrhundert genau dieses.
So etwas wie Industrialisierung beginnt mit dem Aufkommen der ersten Maschinen, der Mühlen nämlich. Parallel dazu läuft die Mechanisierung, wie sie bei immer mechanischeren Webstühlen aufkommt. Immer aber finden die vielen zerteilten Produktionsvorgänge eines Endproduktes räumlich und kapitalmäßig in verschiedenen Händen statt.
Seit dem hohen Mittelalter beginnt die Zusammenfassung mehrerer getrennter Produktionsvorgänge in der Hand eines Kapitalisten beziehungsweise einer Firma vor allem im Verlagssystem. Mit zunehmender Mechanisierung und Automatisierung beginnt dann im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit die Zusammenfassung mehrerer Arbeitsgänge an einem Ort und schließlich sozusagen unter einem Dach. Erst im 17. Jahrhundert kommt dafür das missverständliche Wort Manufaktur auf, als in arbeitsteiliger Handarbeit verrichtete Produktion. Tatsächlich werden in ihr mehrere technisch weniger bedeutsame Vorgänge mechanisiert oder finden maschinell statt, während die wesentliche Kunstfertigkeit noch in Handarbeit vonstatten geht, sei es in Nadel,- Papier- oder Porzellanmanufakturen.
In den Manufakturen finden kunstfertige Handwerker neben angelernter Lohnarbeit ihren Platz, aber sie verbreiten sich nur an einigen Orten und sind zum Teil hochsubventionierte fürstliche Renommierbetriebe zum Beispiel für Gobelins, Porzellan und Waffen; sie hängen dann an der Auftragsarbeit und Nachfrage einer kleinen reichen Oberschicht.
Im 18. Jahrhundert werden sie manchmal nach dem französischen fabrique als Fabriken bezeichnet, wiewohl das Wort eigentlich nur den Herstellungsort bezeichnet. Ein Erfolgsprojekt auf breiter Fläche werden Manufakturen dann als "Fabriken", wenn auch die Kernbereiche der Produktion Maschinen überlassen werden, und die massenhafte Lohnarbeit im wesentlichen ungelernte veritable Drecksarbeit bedeutet.
Industrialisierung findet in deutschen Landen im Metallbereich vom Bergbau bis zum Endprodukt durch Kapitalisierung im Zusammenspiel großer Firmen und der Landesfürsten statt, die letztere immer mehr die Rechte im Montanbereich an sich reißen und zum Beispiel in Goslar seit 1552 durch ein Bergamt verwalten lassen. "Wichtigster fürstlicher Standort wurde die Bergstadt Grund mit dem Iberg und der Eisenhütte zu Gittelde. Dort schuf der Herzog Julius bald nach seinem Herrschaftsantritt (1568) durch die Vereinigung von Bergbaubetrieb, Schmelzhütte und Faktorei eine neue Produktions- und Organisationsform. In diesem System der >verbundenen< Arbeitsgänge wurden in dem Hüttenbetrieb hochwertiger Stangenstahl, Schmiedeeisen, Gusseisen und Eisenschlacke hergestellt und zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet. Bergwerke und Pochwerke, Schmelzwerke und Hochöfen, Hammerwerke und Anlagen für das Gussverfahren gruppierten sich um diesen für den Transport günstig gelegenen Standort am Rand des Harzes. Hier wurden langrohrige Geschütze, andere Waffen, Ofenplatten, Draht und vieles mehr produziert - Eisenschlacke verarbeitete man zu Kanonenkugeln. Herzog Julius kann geradezu als Repräsentant des neuen fürstlichen Unternehmertums gelten." (Schulz, S.229)
Die großen Bergbauunternehmen sind schon länger veritable Großbetriebe. Das Schwazer Silberbergwerk in Tirol ist am Ende des Mittelalters die ertragreichste Mine Europas. Mit der Tiefe der Stollen nimmt das Wasserproblem zu. 1526 sind 84 Wasserknechte dafür da, für die Trockenhaltung des Schachtes zu sorgen, so sind es 1533 bereits 600. 7400 Bergknappen arbeiteten hier in der Mitte des 16. Jahrhunderts (Ertl, S.153)
Aufgrund der kräftezehrenden Arbeit in der nassen und kalten Umgebung arbeiten die Wasserknechte in 6 Schichten zu 4 Stunden. Auch wegen der immer höheren Lohnforderungen der Wasserknechte wird nun versucht, die menschliche Arbeit durch Maschinen zu ersetzen. So entsteht dort nach 1550 eine frühe Wasserkunst, die nur noch von 2 Arbeitern bedient werden muss und eine Tiefe von 200m ermöglicht. (Mitterauer(2), S.280)
Gelegentlich als Protoindustrialisierung bezeichnet wird der Ausbau ländlichen Gewerbes im Metallbereich und die Verlagerung weiterer Gewerbezweige wie des textilen aufs Land. Darüber steigen winzige Orte wie Monschau, Barmen-Elberfeld und Solingen auf. Die "Nouvelle Draperie" mit ihren leichteren Stoffen überflügelt schließlich das städtische Tuchhandwerk, was Aachen und Köln, Lille wie Florenz betrifft. Nur Augsburg gelingt es, mit dem Kattundruck bis durch das 17. Jahrhundert mitzuhalten. Die übrigen Exportgewerbestädte nehmen im Bereich der Massenproduktion an Bedeutung ab.
Manchen Städten bleibt der Bereich des gehobenen Bedarfes mit seiner Zunftorganisation, wie in Flandern und Brabant.
Der Prozess der Industrialisierung ist eine kontinuierliche Entwicklung seit dem frühen Mittelalter, und nie mit so etwas wie Revolutionen verbunden, wobei man allerdings die Zerstörung des produktiven Handwerks und der bäuerlichen Landwirtschaft vor allem im 19. und 20. Jahrhundert als einen erheblichen Umbruch bezeichnen kann. Letztlich schwinden damit die Grundlagen (nicht nur) abendländischer Zivilisation, sondern auch die des Adels und eines neuzeitlichen "bürgerlichen Mittelstandes", letzte Träger dieser Zivilisation.
Der Fortschritt dieser Industrialisierung zwischen dem 16. und späten 18. Jahrhundert ist gering bzw. langsam. Die Mechanisierung schreitet zwar fort, aber die Handwerker können sich zum Beispiel die 1589 in England erfundenen Strumpfwirkstühle zum Teil leisten und bleiben nun schneller produzierende Handstricker auf der Grundlage eigener Muskelkraft. Die etwa zur selben Zeit vielleicht in Danzig erfundene Bandmühle, mit der Bänder und Borten gelegentlich über zwanzigmal schneller hergestellt werden, und die keine handwerklichen Fertigkeiten mehr zur Bedienung verlangt, wird vom zünftigen Handwerk massiv bekämpft. Aber selbst von ihm durchgesetzte Verbote lassen sich auf Dauer nicht gegen die billig produzierenden Maschinen durchsetzen. Im 17. Jahrhundert produzieren dann an Orten wie Basel bereits hunderte von Mühlen massenhaft die modischen Bänder und Borten, mit denen Mädchen und Frauen überall in Europa sich meinen verschönen zu müssen. Ein industrielles Massenprodukt vor einer sogenannten industriellen "Revolution" und frühes Beispiel eines daran sterbenden Handwerks.
Insgesamt ist aber selbst das 18. Jahrhundert eher noch das Zeitalter der (vor allem Wasser-)Mühlen und nicht der Fabriken, und vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts finden die technischen Fortschritte im wesentlichen dort statt. Schon früh gelingt es so zum Beispiel, bei den Sägemühlen mit dem Sägen der Baumstämme zugleich ihr Vorrücken bei dem Vorgang zu automatisieren. Kanonenrohre und Gewehrläufe werden mit immer größerer Präzision gebohrt und die Drahtziehmühlen produzieren immer feineren Draht für Geräte und Instrumente.
Städtische Mühlensysteme wie das von Augsburg mit 56 Mühlen 1735 oder das der Oberpfalz mit schon im 17. Jahrhundert über hundert Mühlen für die Eisenindustrie in der Hand vor allem Nürnberger Großkapitals dominieren die Landschaften zumindest Mitteleuropas dort, wo es genug Fließgewässer gibt. Zahlreiche Kanäle verzweigen die Flüsse, um mehr Platz für Mühlen zu schaffen. Holland wird immer mehr zum Windmühlen-Land. Vielerorts schon sind Regionen soweit mit Mühlen überfüllt, dass sie sich gegenseitig die Wasserkraft wegnehmen. Massive Konflikte bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen sind die Folge. Nicht Ersatz, sondern Zuwächse sind dann nur noch mit der Dampfkraft möglich.
Was immer man sowohl als Gewerbefleiß wie als im neueren Sinne Mechanisierung und Maschineneinsatz samt neuen Energien unter Industrie verstehen mag, sie ist bis tief ins 18. Jahrhundert in einem wesentlichen Punkt deutlich anders als später: Kapitalbesitz und Firmenführung sind noch in einer Hand. Das heißt zum einen, dass Kapital und Arbeit noch einigermaßen zu trennen sind, und zum anderen, dass das Eigentum an Kapital noch vollständige Verfügung über die Firma bedeutet. Radikal ändern wird sich das mit modernen Kapitalgesellschaften wie den AGs, in denen nicht die Anteilseigner, sondern mächtige Manager-Konglomerate im Verbund mit den politisch Mächtigen die Welt im wesentlichen regieren.
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Der fast allgegenwärtige Krieg ist ein Geschäft nicht nur für die Kriegsherren und die geschäftsmäßig operierenden Söldner-Unternehmer, sondern vor allem auch für die, welche das Kriegsgerät produzieren und verkaufen. Dieses wird bis ins hohe Mittelalter meist noch von Handwerkern hergestellt. Im späten (langen) Mittelalter entsteht neben der friedlichen Zwecken dienenden Textil- und Metallindustrie vorwiegend im Verlagssystem ein breites Feld einer Rüstungsindustrie. Diese wird durch die unritterlichen pulvergetriebenen Fernwaffen gefördert, die Rohre der Vorderlader und insbesondere durch die Herstellung gegossener Kanonenrohre. Der todbringende Rüstungswettlauf, der mit den karolingischen Panzerreitern begann, führt nun von den kapitalistischen Investoren in den Krieg bis zu den frühneuzeitlichen Rüstungsmanufakturen.
Söldner bzw. Soldaten, die sich an die Mächtigen verkaufen, schließlich stehende Heere verlangen Uniformen, optische Gleichmacher zum Gleichschritt, und so entstehen schließlich auch ganze Manufakturen dafür. Wie schon zuvor ist der Krieg wichtigster Ausgabeposten der hohen Herren und treibende Kraft technischer Innovation.
Kapitalkonzentration und Monopol-Bildung
Zwei Entwicklungen gelten für das 15. und 16. Jahrhundert: Die Zahl der Kapitaleigner nimmt zu, zugleich aber auch eine Konzentration von mehr Kapital in weniger Händen. Wie das funktioniert, lässt sich anhand der Fugger beispielsweise nachvollziehen,
1367 siedelt sich der Weber Hans Fugger in Augsburg an. Vermutlich geht er vom Webstuhl zum Barchentverlag über. 1396 versteuert er bereits ein Vermögen von 1806 Gulden, was ihn an die vierzigste Stelle in der Reichenskala Augsburg hievt. 1448 versteuern die Söhne Endres und Jakob bereits 10 800 Gulden, das fünftgrößte Vermögen in der Stadt. Während die Kinder des Endres an nicht zurückgezahlten Krediten scheitern, vererbt die Witwe von Jakob Fugger (d.Ä.) bereits 23 000 Gulden. Ab 1485 strecken die Fugger Erzherzog Sigismund von Tirol größere Summen vor, deren Zinsen mit Silber aus Tiroler Bergwerken beglichen werden. 1490 dankt Sigismund völlig verschuldet zugunsten von König Maximilian ab, der die Schulden übernimmt und weitere bei den Fuggern aufnimmt, deren Zinsen weiter mit Silber bedient werden.
"Ulrich, Georg und Jakob versteuerten 1492 jeweils knapp 17 000, 14 000 und 11 000 Gulden." (Fuhrmann, S.274) Ihr Vermögen kommt wohl immer noch hauptsächlich aus dem Barchentverlag.
Ein Jahr nach den Welsern treten die Fugger neben anderen süddeutschen Firmen in Kontakt mit der portugiesischen Krone, um am Indiengeschäft beteiligt zu werden.
Nach und nach kommt das Finanzgeschäft dazu, dann der Bergbau in der ungarischen Slowakei. Nachdem Jakob ("der Reiche") seine Brüder eberbt hat, versteuert er 1510 ein Vermögen von 258 400 Gulden, bevor er dann mit der Stadt eine feste Steuersumme vereinmart.
Zu alledem kommen Geldgeschäfte mit der römischen Kurie und Beteiligung am Ablasshandel. Der immer kapitalintensivere Silberbergbau wird von süddeutschen Unternehmern übernommen. Konflikte mit den brutal ausgebeuteten Bergarbeitern werden in Tirol und der Slowakei in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts mit politischer Hilfe "gelöst".
1518 schuldet Maximilian den Fuggern bereits knapp 175 000 Gulden. Rund 540 000 Gulden investiert Jakob Fugger in die Wahl Karls V. , die zum großen Teil mit weiterer Kontrolle über den Tiroler Silber- und Kupferbergbau abgegolten wird. Der Rest soll aus den spanischen Einkünften Karls beglichen werden.
Ein aristokratischer Stadtpalast und ein vornehmes Gästehaus sind in Augsburg, dazu kommt der Besitz von zunehmend mehr aufgekauften Dörfern, 1530 werden sie in den hochadeligen Reichsgrafenstand erhoben. Man heiratet in vornehmen Landadel. 1531 treten sie in Chile an, was sie aber vier Jahre später wieder aufgeben. 1559 sind sie in Fiume (Rijeka) und Dubrovnik. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts werden die Investitionen in Ungarn und Italien aufgegeben und nun wird am Quecksilberbergbau im spanischen Almaden verdient, welches die Spanier für den Silberabbau in ihren amerikanischen Kolonien brauchen. Ende des 16. Jahrhunderts beteiligen sie sich am internationalen Pfeffer-Konsortium von Lissabon. 1587 geht Ferdinand Cron für sie nach Cochin und dann auch Goa. Dann zieht man sich ganz aus dem Unternehmertum zurück und führt ein adeliges Rentiersdasein mit dem Besitz von rund hundert Dörfern kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg.
1420 taucht in Augsburg eine Welsersche Handesgesellschaft auf. Jakob (I.) übernimmt 1493 die Nürnberger Faktorei der Welser als eigene Firma. Anton Welser (I.) gründet 1498 mit dem im Tiroler Silberhandel tätigen Memminger Handelshaus Vöhin die Welser-Vöhlin-Gesellschaft. Man verdient am Handel mit Barchent und Baumwolle, dazu am Bergbau und schließlich auch am Seehandel mit eigener Flotte, Reederei und Gedverleih.
1505 beginnt eine von den Welsern dominierte Handelsgesellschaft, zu der auch die Fugger, Höchstetter, Gossembrot, Imhoff und Hirschvogel gehören, portugiesische Schiffe für den Gewürzhandel einzusetzen.
1517 wird die Welser-Vöhlin-Gesellschaft von Jakob durch die Nürnberger Welsersche Handelsgesellschaft abgelöst. Beide Welser sind im Kupfer,- Zinn- und Silbergeschäft tätig, in Thüringen und Böhmen wie in Tirol. Neben Geldgeschäften werden Safran und andere Gewürze verhandelt.
Handelsstützpunkte gibt es unter anderem in Lissabon, Sevilla, Lyon, Antwerpen, Köln, Augsburg, Venedig, Verona, Mailand, Genua, Aquila, Neapel.
1528 überlässt Kaiser Karl V. dem Bartholomäus (V.) Welser einen Asiento (Vertrag) die Statthalterschaft über Venezuela und das Monopol für die Lieferung von afrikanischen Sklaven dorthin. Gold, Perlen, Indigo Drogen und Edelhölzer gehören zu den Waren. Sie unterhalten in Südamerika Festungen mit eigenen Truppen und etwa 600 Kolonisten.
1534 scheitert ein bewaffneter Versuch, Silber am Rio de la Plata zu finden.
Anton Welser (d.J.) und Bartholomäus unterhalten Zuckerplantagen auf La Palma, Hispaniola und Madeira. 1556 ist es mit den Handelsrechten auf Venezuela vorbei.
Mit dem Tod von Hans Welser 1601 wird die Nürnberger Handelsgesellschaft langsam aufgelöst. 1614 treiben Spanien, Frankreich und die Niederlande die Augsburger Firma in den Bankrott.
Kapital-Konzentration ist eine Möglichkeit, sich lokal oder regional eine Markt-Dominanz zu verschaffen, mit der man Preise diktieren kann. Eine andere ist der Zusammenschluss mehrerer Kaufleute zu dem selben Zweck. Absprachen können bei genügend Kapital-Rückhalt zum Zurückhalten von Waren in Lagern führen, bis die Preise steigen. Große Lager werden so immer wichtiger und hebeln ein Stück weit einen freieren Markt aus.
Seit Anfang des 16. Jahrhundert kämpfen weniger mächtige Kapitaleigner gegen solche Monopole. Der Nürnberger Reichstag von 1522-23 spricht sich gegen sie aus, aber von Fugger&Co betriebene kaiserliche Erlasse hebeln das 1525 wieder aus.
Kaufleute und Firmen
Der Kaufmann braucht seinen guten Ruf der Kreditwürdigkeit wegen. Wie gut es tatsächlich um seine Ehrbarkeit im wirtschaftlichen Geschehen bestellt ist, erfahren wir nur dort, wo Betrügereien auffallen. Bei Durchsicht Kölner Handelsakten des 16. Jahrhunderts fasst Ermentrude von Ranke zusammen:
Man mengte faule Heringe in die Mitte der Tonnen, man panschte den Wein, man füllte die Weinfässer zu einem Viertel mit Kirschkernen, man nässte die Rohseide, um ihr Gewicht schwerer erscheinen zu lassen, man fälschte Maß und Gewicht. Man verkaufte englische Laken als >uffrechtig kaufmannsgut<, von denen man genau wusste, dass sie die auf den Bleiplomben angegebenen Längen nicht erreichten, man gab den Hanf nach Zentnern ab, die doch in Wirklichkeit nur 97 Pfund wogen, den gemahlenen Ingwer und Pfeffer vermischte man gewohnheitsmäßig mit Mehl, Sand oder Mäusedreck, man verkaufte Drahtrollen, von denen einem nur zu wohl bekannt war, dass der feine Draht nur draußen herum gewickelt war, während im Innern der starke Draht darauf wartete, den Abnehmer zu überraschen. (in: Meckseper/Schraut, S.58)
Das Haftungsproblem bei den offenen Handelsgesellschaften führt seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zur Einführung von Kommandit-Gesellschaften, in denen die Geschäftsleitung unbeschränkt haftet, während die Kommandisten nur für ihre eigene Einlage haften. Damit werden langsam die Familien-Unternehmen abgelöst, wobei nun auch anonyme stille Teilhaber auftreten können. Damit können z.B. bald Adelige und königliche Beamte in Frankreich heimlich Geschäfte tätigen.
Vorläufer von Aktien-Gesellschaften tauchen mit der Parten-Schifferei auf und dann insbesondere mit der Aufteilung von Bergwerksrechten in Kuxen, die langsam zu frei veräußerlichen Spekulations-Objekten werden.
Großkapital und Staat arbeiten schon länger zusammen, als 1553-55 die englische Muscovy Company entsteht. Derweil werden vom spanischen Staat mit dem Consejo de Indias, der Casa de la Contratación und der Carrera de Indias dem Kapital massive Kontroll-Instanzen vorgesetzt werden. Mit der Casa de Indias it ihren Flotten, Faktoren und ihrem Staatsmonopol wird der Handel beherrscht.
Niederländische Compagnie van Verre (Ferne). 1602 entsteht als Zusammenschluss mehrerer Handelsgesellschaften die Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC). Über sechs regionalen Kammern stehen die Heeren Zenventien, die fast zur Hälfte Holländer sind. 1621 Westindische Compagnie.
Die neuen Monopol-Kompanien erhalten ihre Privilegien gegen Bezahlung und sie müssen immer wieder erneuert werden. In den Niederlanden sind in ihnen wenige reiche und darum mächtige Familien führend.
1600 entsteht die East India Company mit Privilegien für den Handel zwischen dem Kap der guten Hoffnung und ganz Südasien. Zunächst beteiligen sich Kaufleute nur mit Einlagen für eine Reise. Ab 1612 dann wird für mehrere abgeschlossen.
Finanzkapital
Seit Jahrhunderten wird das große Geld vor allem mit Finanzgeschäften gemacht, noch vor dem Handel. Handel wiederum funktioniert über den Kredit. In deutschen Landen ist dafür das große Kaufleute-Kapital zuständig.
In deutschen Landen werden Wechselkurse in Hamburg, Leipzig, Frankfurt/Main, Augsburg und Nürnberg offiziell festgelegt, auch wenn Territorialherren selbständige Währungspolitik versuchen.
Die im 15. Jahrhundert von den kastilischen Königen eingeführten juros, Renten auf dafür reservierte Staats-Einkünfte, finden im 16. Jahrhundert allgemeine Verbreitung. Sie können ewige, Leibrente oder Zeitrente sein, und geraten als Papiere in den Handel. Nach den Fuggern und Welsern nutzen nach nach dem Staatsbankrott von 1557 genuesische Verträge (asientos) juros de caución als Sicherheit für große vorgeschossene Gelder. Genuesen kaufen und verkaufen sie nun je nach Marktlage und führen die Messen von Besancon/Piacenza dafür. Bis zum Staatsbankrott von 1627 dienen sie so ihrem Profit und dem spanischen König.
1609 Wisselbank in Amsterdam. Hier wie in Hamburg und Nürnberg entstehen Girobanken nach venezianischem Vorbild.
1656 Riksbank in Stockholm
Zu den wenigen großen Geldgebern für das Großkapital kommen langsam viele kleine. Mit der ersten öffentlichen Anleihe der französischen Krone, der grand parti von Lyon, werden bereits viele davon angelockt. Der Fonds der Augsburger Höchstetter, "setzt sich u.a. aus den Sparpfennigen kleiner Leute zusammen." (Durand2, S.422)
Eine wichtige Rolle spielt der reine Handel mit Wechseln:
Der Kaufmann Simón Ruiz aus Medina del Campo kauft nach 1590 " an der Börse seiner Heimatstadt Wechsel spanischer Wollproduzenten auf, die ihre Schurwolle nach Italien exportieren, jedoch die durch den Transport normalerweise verursachten Zahlungs-Verzögerungen umgehen und ihr Geld sofort in Empfang nehmen wollen. Simón Ruiz nun streckt ihnen die ausstehende Summe gegen einen in der Regel auf den Wollkäufer Gezogenen, drei Monate später zahlbaren Wechsel vor und schickt das nach Möglichkeit unter Nennwert erworbene Papier seinem in Florenz ansässigen Freund, Kommissionär und Landsmann Baltasar Suárez. Dieser treibt das Geld vom Gezogenen ein, kauf damit einen neuen, diesmal auf Medina del Campo ausgestellten Wechsel, den Simòn Ruiz drei Monate später einlöst." Sein Reingewinn dabei beträgt 5%. (Durand2, S.148)
Geldwechsel und Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Gold und Silber, wobei zunächst das Silber stark ist, aber mit den amerikanischen Silbermassen gegenüber dem Gold verliert. Die Scheidemünzen, die einem steten Wertverfall unterliegen, sind dagegen wichtig im Laden und für die Endverbraucher. Dazu kommt, dass Löhne in ihnen ausgezahlt werden, die im Wert sinken, während derweil oft die Preise steigen. Kaufleute hingegen können Scheidemünzen sofort wieder in Silber oder Gold umwechseln.
Proletarisierung
Mit dem Fabriksystem, der Kasernierung der männlichen Jugend und der Teil-Kasernierung der Schulkinder werden der Kapitalismus und der von ihm getragene Staat ihre Vollendung finden.
Voraussetzung ist der Prozess zunehmender (relativer) Verarmung immer weiterer Teile der Bevölkerung zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander.
Ein wesentlicher Grund ist die Steigerung der Preise der Nahrungsmittel, insbesondere von Getreide. Das beruht einmal auf dem Bevölkerungswachstum, welches steigende Nachfrage bedeutet, aber auch auf dem zunehmenden Zufluss von Silber mit seinen inflationären Tendenzen. "So stiegen in Hamburg zwischen 1511/25 und 1601/25 die Preise für Roggen (...) auf 376%, die Löhne der Maurer aber nur auf 263% und die der Zimmerleute gar nur auf 209%." (Klueting, S.60) Andererseits steigen die Einkünfte der Getreideproduzenten, insbesondere von Adel und Kaufleuten, die das mit Luxus auch nach außen demonstrieren.
Da Arme sich schlecht in den Untertanen-Verband eingliedern, begründet das steigende Repression. Dabei wird nach dem Betteln tendenziell die Armut kriminalisiert. Andererseits führt die Armut immer deutlicher zu Formen des Verbrechertums und dabei auch der Bandenbildung, die sich besonders im ländlichen Armutsmilieu gut aufgehoben fühlen kann. Die akademische und besonders die juristische Gelehrsamkeit sieht die Entwicklung, ohne auf sie Einfluss zu haben.
Es wird geschätzt, dass die Bevölkerung im 16. Jahrhundert in deutschen Landen um etwa 20-30 Prozent steigt. Ein Teil des Zuwachses erhält bei der Abwanderung in die Städte Arbeit und Einkommen, ein weiterer Teil versucht illegal, außerhalb der zünftigen und anderen Ordnungen, sein Gewerbe als Störer oder Pfuscher zu betreiben. Zu lebenslangen Gesellen kommen immer mehr Lohnarbeiter, darunter alleinstehende Frauen, Knechte und Mägde.
Zunehmend mehr Leute verstärken - oft notgedrungen - das Heer der Erwerbslosen, Gelegenheitsarbeiter, der Bettler, der arbeitslosen Landsknechte.
In diesem Text wird Proletarisierung mit wirtschaftlicher Unselbständigkeit gleichgesetzt. Dabei geraten wir längst in Bereiche zwischen einem selbständigen und einem Handwerk, welches im Verlagswesen vom größeren Kapital abhängig wird, aber ansonsten mit eigenen Gerätschaften noch selbständig agiert.
Insgesamt nimmt in der Tendenz die Lohnarbeit zu, also wirtschaftliche Untertänigkeit zusätzlich zu steigender politischer. Für einen sinnvollen Begriff von Proletarisierung ist genau das wesentliches Kriterium und nicht das wesentlich unklarere Element (relativer) Armut. Dennoch wird für die für Lohn arbeitende Bevölkerung Armut phasenweise zu einem besonderen Faktor.
Das hat damit zu tun, dass die lohnarbeitende Bevölkerung neben der Miete für bescheidenen Wohnraum als einzige wesentliche Ausgabe das tägliche Brot hat und sich alltäglich kaum etwas anderes leisten kann. Im 16. Jahrhundert, vor allem der zweiten Hälfte, aber steigen die Getreidepreise phasenweise zunehmend an, während die Löhne nicht mehr wie im 15. Jahrhundert mithalten. Je nach Ort, Branche und Zeit sinkt damit die Kaufkraft auf zwei Drittel oder sogar auf nur eines.
Im thüringischen Weinbauzentrum Jena gehört der Großteil der Weinanbauflächen kapitalstarken Bürgern, die (natürlich) nicht mehr mit ihren Händen arbeiten wollen. Dafür sind Lohnarbeiter zuständig, die sogenannten Hecker, die etwa 25% der etwa 800 Familien in Jena ausmachen und vorwiegend in den Vorstädten leben. (Mägdefrau, S.349). Seit 1404 werden nach Aufforderung durch die wettinischen Landesfürsten ihre Lohne jährlich einheitlich festgelegt.
In dem Maße, wie seit dem 15. Jahrhundert in Bergwerken die Notwendigkeit der Investition von Kapital zunimmt, können sich das die dortigen Handwerker nicht mehr leisten und sinken in die Lohnarbeit ab. Die Altermänner von Sankt Joachimsthal fassen das 1549 in folgender Spruchweisheit zusammen: Der eine gibt das Geld, der andere tut die Arbeit. (in: Durand2, S.47)
Kapitalgetriebene Gewerbe wie größere Druckereien mit ihren Versuchen, möglichst viel aus der Arbeitskraft heraus zu pressen, führen zu Streiks wie dem der Lyoner Druckarbeiter 1539. Nach vorübergehenden Arbeitserleichterungen ziehen sie am Ende 1572 wieder den Kürzeren.
Die Städte versuchen, durch Vorratshaltung und Höchstpreise für Brot das Schlimmste zu verhindern, In Hungerzeiten kann sich dennoch die Todeszahl schon einmal verdreifachen. Erschwerend kommt hinzu, dass Gesellen und selbst Lehrlinge immer weniger Kost (und Logis) erhalten und mit pauschalen Entgelten abgefunden werden, die nicht mit dem Preis der Lebensmittel mithalten. Periodische Mangelernährung ist die Folge.
An Beispielen einzelner Städte ist die Verarmung immer größerer Teile der Bevölkerung nachvollziehbar. Laut den Freiburger Steuerbüchern steigt der Anteil der Armen mit einem Vermögen von 12 Gulden an der Gesamtheit der Armen mit einem von 25 Gulden dort zwischen 1481 und 1520 von 18 auf 33%. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts besitzen rund 62% der zünftigen Frauen unter 25 Gulden, was sie offiziell zu Armen macht. (Freiburg, S.470f)
Um 1500 ist das Armutsproblem in Freiburg so groß, dass es an städtischen Mitteln fehlt, ihm noch beizukommen. In diesem Zusammenhang entsteht eine Bettlerordnung und es wird das Bettlergericht mit seinem Bettelvogt, der selbst ein Bettler ist, welches vier mal im Jahr tagt, städtisch und quasi zünftig reorganisiert. Almosen erhält nur noch, wer an Samstagen und Feiertagen zur Vesper kommt und an Sonn- und Feiertagen zur Messe. (Freiburg, S.472) Man erhält dann ein Abzeichen, welches das Betteln erlaubt.
1530 haben Armut und Betteln so überhand genommen, dass sie in Basel verboten werden, so wie schon 1523 in Straßburg.
Für einige Gegenden in deutschen Landen auf dem Weg ins 17. Jahrhundert wird von Dörfern berichtet, in denen unterbeschäftige Familien als Untermieter von Bauern erwähnt werden (Schulz, S.214).
Um 1620 sind in Nürnberg 5% Patriziat, Großkaufleute, Reiche Handwerker-Unternehmer, 8-10% Handwerksmeister, rund 40% regelmäßig arbeitende Handwerker, Gesellen und Stückwerker, 10% Knechte und Mägde, rund 30% Tagelöhner, Hilfs- und Gelegenheitsarbeiter, - der Rest arbeitsunfähig oder arbeitslos. (Diefenbacher in: Kaufhold/Reininghaus, S. 212)
Im England des 16. Jahrhunderts ziehen entwurzelte Arme als Scharen von Bettlern durchs Land. 1572 versucht das Poor Rate Law dem Einhalt zu gebieten.
Sklaverei
Die Mittelmeer-Antike kannte Sklaverei in Stadt und Land in größerem Umfang. Bis um das erste Millennium christlicher Zeitrechnung verschwindet sie nach und nach aus dem produktiven Sektor des lateinischen Abendlandes und hält sich dann nur noch als besonderer Luxus in den Haushalten der Reichen und Mächtigen insbesondere im nördlichen Mittelmeerraum, wobei die meisten Sklaven dann weiblichen Geschlechts sind.
Als Handelsware haben Sklaven aber gerade in Italien großen Anteil an der Entstehung des Kapitalismus, wobei die menschliche Ware vorwiegend aus dem Osten Europas kommen und in die islamische Welt geht. Dass Sklaven bis tief in das 15. Jahrhundert als Arbeitskräfte im lateinischen und längst kapitalistischen Abendland kaum noch eine Rolle spielen, liegt nicht an einer Ablehnung der Sklaverei, sondern vor allem daran, dass sie im Vergleich zu freier Arbeitskraft zu teuer sind.
Das alles ändert sich nach und nach mit der Eroberung der Kanaren, wo die Kultur der Einheimischen vollständig zerstört wird und man einen Teil von ihnen als Sklaven exportiert. Darüber hinaus wird dort und auf Madeira Plantagenwirtschaft eingerichtet, die sich recht günstig über Sklavenarbeit betreiben lässt.
1498 schreibt Kolumbus begeistert an die spanischen reyes catholicos, man könne aus Hispaniola pro Jahr locker viertausend Sklaven exportieren, und selbst wenn sie jetzt (bei der Überfahrt) sterben, dann wird das nicht so bleiben, denn das geschah anfangs auch mit den Schwarzen und Kanaren so. (in. Epstein, S.310)
Kolumbus sucht damit Argumente, um die Anerkennung seiner Leistungen als "Entdecker" zu steigern und es wird dauern, bis die Spanier (und Portugiesen) das voll verstanden haben werden. Tatsächlich wird das neue, und nun riesengroße Geschäft mit Handel und Einsatz von Sklaven erst zu voller Blüte gelangen, als einmal die indigenen Völker der südlicheren Teile Amerikas durch Massenmord und vor allem auch durch eingeschleppte Krankheiten weithin ausgerottet sind, darüber hinaus sich nur teilweise für Sklavenarbeit eignen, wie sich herausstellt, und andererseits Europäer nicht bereit sind, unter subtropischen und tropischen Bedingungen hart zu schuften.1542 verbietet dann die spanische Krone die Versklavung von Indigenen ("Indianern").
Nun erst beginnt der massenhafte Import von Negersklaven, mit denen die ethnische Zusammensetzung ganzer Großregionen massiv verändert wird und womit einige Gegenden geradezu schwarz-afrikanisiert werden.
Sklaverei ist allerdings nicht nur Sache der Europäer. Es gibt sie auch auf dem afrikanischen Kontinent, im Orient und in Ländern wie China, aber nirgendwo dort wird sie die Bedeutung von solcher in den europäischen Kolonien annehmen.
Läden und Kleinhandel
Ein großer Teil des europäischen Handels bleibt weiter der lokale, der über die dortigen Märkte und die Handwerker-Läden läuft. Immer häufiger werden aber auch die Gemischtwaren-Läden, im Französischen der merciers, während derselbe im Englischen oder Spanischen eher den Stoffhändler meint. Ein solcher Laden umfasst aber allgemein eher alle Arten von Lebensmitteln und Getränken, und neben Stoffen auch Kurzwaren, manchmal sogar Bücher. Zudem gibt es auch viele Trödler, die mit Gebrauchtwaren handeln
Weltwirtschaft und Welthandel
Die Produktion, vor allem die landwirtschaftliche, ist an Umfang viel größer als der Großhandel, aber der beherrscht alles. Dabei nimmt der Fernhandel zu, und er wird als Welthandel bald weniger über asiatische Schiffe vermittelt, sondern mehr über europäische.
An Umfang ist überall der Binnenhandel dem Außenhandel/Fernhandel überlegen, aber dieser mit seinem immer konzentrierteren Kapital wird zum Motor des sich weiter entwickelnden Kapitalismus. Das hat auch damit zu tun, dass die Gewinne enorm sein können. Ein Kilogramm Pfeffer wird dem Händler in Indien für gut 1 Gramm Silber abgekauft und landet in den europäischen Verbraucherländern bei bis zu 30 Gramm Silber. "1695 soll der Transport von chinesischem Quecksilber nach Neu-Spanien nach Aussage eines Reisenden 300% Gewinn abgeworfen haben." (Durand2, S.444)
Das 15. Jahrhundert bis in die Anfänge des 16. schafft neue Handelswege über die Meere. Bessere Schiffe umrunden von Italien aus die iberische Halbinsel und bringen ihre Waren dann nach Antwerpen.
Im 16. Jahrhundert löst sich der Nordwesten Europas mit Flandern, den Niederlanden und England vom langsamen Weg Resteuropas in eine gewisse Stagnation. Die Produktivität der Landwirtschaft in Flandern und den Niederlanden ist höher als im Rest Europas, die Bevölkerung deutlich wohlhabender und verdichteter sowie der internationale Seehandel gemessen an der Flottengröße im Verhältnis zur Einwohnerzahl am größten. Damit sind die beiden Gebiete an Stand der Urbanisierung inzwischen an Nord- und Mittelitalien vorbeigezogen.
Die Konflikte um Flandern seit Maximilian führen mit zum Abstieg Brügges. Antwerpen ist nun vorläufig Dreh- und Angelpunkt des Welthandels. 1508 beschließt die portugiesische Krone, die Stadt zum Verteilerzentrum seines Gewürzhandels aus dem fernen Osten zu machen. Der von süddeutschen Firmen kontrollierte Silbermarkt löst sich von Venedig und wendet sich Antwerpen zu. Neben den portugiesischen Gewürzen laufen nun Tuche aus England, Silber, Kupfer, Metallprodukte und Barchent aus Deutschland über die Stadt.
Mitte des 16. Jahrhunderts ziehen sich die Portugiesen aus Antwerpen nach Lissabon zurück und werden mit der Förderung von Karl V. durch Spanier ersetzt, die einen Teil ihrer amerikanischen Edelmetalle dorthin fließen lassen. Von etwa 1500 bis 1565 steigt die Bevölkerung von 30 000 auf 100 000 an, um dann im 17. Jahrhundert mit dem Aufstieg von Amsterdam wieder erheblich zurückzufallen. Im Aufstand der Niederlande gegen die spanischen Habsburger kommt es 1575 zur Sperrung des Antwerpener Hafens, 1585 zur Einnahme der Stadt durch Farnese und zur Abwanderung eines Teils seines Geschäftes.
Zunächst sieht Antwerpen im 16. Jahrhundert die Dominanz süddeutscher Firmen mit ihrer Nähe zum Kaiser und die Abwanderung der Italiener, bleibt aber "internationales" Handels- und Finanzzentrum.
Das Hansenetz geht mit dem weiteren Aufstieg des Atlantikhandels seit der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem der alles überwölbenden Fürstenstaaten zurück. Dazu kommt die anwachsende Konkurrenz von Niederländern, Engländern und am Ende auch Russen in der Ostsee. Diese geraten seit Mitte des Jahrhunderts in eine Finanzkrise mit Staatsbankrotten, die dem norddeutschen Kapital teilweise empfindlich schaden. Versuchen, sich an Antwerpen anzubinden, schadet der Spanisch-Niederländische Krieg, in dem vor allem Amsterdam aufsteigt.Auf der anderen Seite nimmt die Bedeutung Hamburgs als Handels- und Finanzplatz zu und überflügelt die der Ostseestädte.
Das süddeutsche Kapital vor allem in Augsburg und Nürnberg kann sich bis zum Dreißigjährigen Krieg einigermaßen halten, bis ihm dieser den Garaus macht..
Genua steigt im 15. Jahrhundert langsam zur ersten Handelsstadt im Mittelmeerraum auf. Als die Messe von Medina del Campo 1500 sowohl offizielles spanisches wie internationales Finanzzentrum wird und in Bedeutung an Lyon und Antwerpen heranreicht, behaupten sich dort Genueser Banken neben süddeutschen, solange Karl V. herrscht, und danach beherrschen sie dort den Markt. Umgekehrt verhilft katalanischen Firmen Förderung durch die toskanischen Herzöge zu immer mehr Präsenz in Florenz.
Weltweit agierendes Kapital gibt es zunächst auch noch in Florenz: Der ursprünglich für die Florentiner Cambini-Firma in Lissabon agierende Marchionni macht sich in den 80er Jahren des 15. Jahrhunderts dort selbständig, investiert in Fahrten nach den Indien und in den Gewürzhandel, 1486 bis 1495 kauft er sich in das Nigerdelta ein, von wo er Handelsprivilegien insbesondere für den Sklavenhandel in Westafrika erlangt. Vermarktet wird über Partner in Sevilla und Valencia. Neben den Fuggern und Welsern finanziert auch Marchionni die Fahrten von Vespucci 1501-02 und von Vasco da Gama 1502-03. Ein anderer mittlerer Florentiner Kaufmann finanziert 1510 die vier Schiffe, die nach Malacca fahren. (Goldthwaite, S.158/59)
Dabei gibt es weiter Mittelmeer-Handel. 1505 fährt ein venezianisches Schiff von Venedig mit Bargeld nach Tunis, tauscht Silber dort gegen Goldstaub, der in Valencia geschmolzen und gemünzt wird bzw. kauft dort Wolle für Venedig ein. Ein andermal kauft derselbe Kaufmann in Alexandria Gewürznelken ein, die in London gegen Wolltuche verkauft und dann in der Levante umgesetzt werden. (Durand2, S.146f)
Die Schiffe und Händler der neuen Vormächte beherrschen zunehmend das Mittelmeer. Selbst Florenz wird zunehmend von genuesischen und kastilischen Händlern abhängig und versucht mit einem internationalen Freihafen Livorno den Anschluss zu halten. Mitte des 16. Jahrhunderts werden dort neue Docks und ein Arsenal gebaut samt einem Kanal, der es mit Pisa und dem Arno verbindet. Der Ort steigt von wenigen hundert auf 12 000 Einwohner.
Genuesen und Venezianer stellen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihre Schiffahrt in den Norden ein, während von dort insbesondere englische und holländische Schiffe kommen. Ende des Jahrhunderts setzen sich Engländer und Franzosen aus Marseille mit Handelsposten in der Levante fest.
Europäischer Welthandel über vier Kontinente verändert die Welt. Keine Gegend dort, die nicht für den global agierenden Handel erschlossen wird, Kapital erfasst die ganze Welt Schritt für Schritt und macht sie ihren Interessen untertan. Das amerikanische Silber dringt bis Ostasien vor und schafft dort Kommerzialisierung, die das Eindringen westlichen Kapitals erleichtert.
Finanzen, Handel und Produktion sind dabei auf eine Vielzahl von Metropolen des Kapitals ausgerichtet, und die politische Macht unterstützt sie dabei.
Mit den neuen Kolonien verlagert sich der Fernhandel immer mehr in die Anrainerstädte des Atlantiks. Am Anfang stehen Sevilla, Cadiz und Lissabon, aber dann kommen bald Antwerpen, London, Rouen, Nantes und Bordeaux dazu.
Kastiliens Reichtum steigt mit der Kolonialwirtschaft. Immer mehr Geld ist in Umlauf und verstärkt die Nachfrage vor allem nach Konsumgütern. Händler aus Sevilla, Burgos, Medina del Campo betreiben Handel über den europäischen Kontinent.
Eine mittelgroße Florentiner Firma mit den Partnern Strozzi und Capponi in Florenz und Partner-Firmen in Südspanien exportiert nun um 1535 Sklaven, Wein und Fertigtuche nach Mexiko und handelt dort Silber ein. Eine weitere operiert um 1550 von Florenz aus über Firmen in Sevilla, Cadiz und Valladolid, verhandelt dabei über 150 Warenarten, und zwar durch die ganze damals bekannte Welt. (Goldthwaite, S.156). Genuesische und florentinische Banken agieren überall in Südspanien, in Lissabon vorläufig noch vor allem die Florentiner, in Zentralkastilien bald nur noch die Genuesen.
Aber der Mittelmeerhandel verliert nur Anteile an der Weltwirtschaft, nimmt aber am allgemeinen Aufschwung des Kapitalismus teil. "Noch in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde fast ebensoviel Pfeffer aus der Levante nach Europa geliefert wie über die Kaproute." (Klueting, S.54) Ragusa (Dubrovnik) und Marseille handeln mit dem Osmanischen Reich. Der Handel der Portugiesen, Spanier , Engländer und Niederländer ins Mittelmeer nimmt eher noch zu. 1581 gründen englische Kaufleute eine Levant Company, die vor allem Tuche dorthin liefert und Baumwolle zurück bringt.
Unter Philipp II. wird seine Außenpolitik, insbesondere die Kriege mit den Niederlanden, von den amerikanischen Silbervorkommen finanziert, aber diese reichen nicht aus, so dass es mehrmals zum Zusammenbruch der Staatsfinanzen kommt. Zudem führt das Silber zur Inflation, und es fließt über Warenkonsum aus Importen auch an Osten ab.
Ab 1580 steigt die holländische Wirtschaft rapide auf und macht das nicht fürstlich, sondern direkt vom Kapital regierte Amsterdam zum neuen Weltzentrum im Norden. Das Kolonialreich reicht über Indonesien, Ceylon, Küstenorte Indiens und am Kap der Guten Hoffnung.
"So hält die Holländisch-Ostindische Kompanie die Insel Timor im Malaiischen Archipel unter hohem Kostenaufwand nur des Sandelholzes wegen, das sie in China als hochgeschätztes Tauschmittel einsetzen kann; führt große Warenmengen ins indische Surat ein, um sie gegen Seidenstoffe, Kattune, v.a. gegen die für den Handel mit Bengalen unentbehrlichen Silberstücke einzutauschen. An der Koromandelküste wiederum dienen ihr Gewürze von den Molukken und das von ihr exklusiv vertriebene japanische Kupfer als Zahlungsmittel für ihre umfangreichen Stoffeinkäufe; anschließend tauscht sie einen Gutteil dieser Stoffe im dichtbevölkerten Siam praktisch ohne Gewinn gegen Hirschleder für Japan und Zinn aus Ligor ein, auf das sie das alleinige Kaufrecht besitzt und das sie in Indien und Europa mit beträchtlichem Gewinn weiterverkauft, usw. usf." (Durand2, S.147)
"Europa profitiert in diesen Jahrhunderten der Ausbeutung von den dichtbevölkerten und hochentwickelten asiatischen Kulturen, von ihrer bereits für den Export organisierten landwirtschaftlichen und gewerblichen Produktion, von den überall ausgebauten, leistungsfähigen Handelsketten und tüchtigen Mittelspersonen. So überlassen es die Holländer auf Java den Chinesen, die Waren von den Erzeugern aufzukaufen und zusammenzuholen. Statt sich, wie in Amerika, eigenschöpferisch zu betätigen, beutet Europa im fernen Osten die bereits bestehenden, tragfähigen Strukturen aus, nachdem es sich mit seinem Silber Zugang verschafft hat." (Durand2, S.491)
Im Ostseeraum übernehmen vor allem Niederländer die Versorgung ihrer Heimat mit Getreide über Danzig, Elbing und andere Städte. Seit 1585 dringen Engländer mit einer Eastland Company an die Weichselmündung vor. Zudem begründen sie mit einer Muscovy Company eine Steigerung des Russland-Handels.
An der Nordsee steigt Hamburg weiter auf, wo sich 1611 die Merchant Adventurer niederlassen.
Eine besondere Rolle im eurasischen Raum übernehmen Armenier und Juden. Die Armenier, schon länger im Handel zwischen dem Osmanischen Reich und China engagiert, dringen im 16. Jahrhundert in den europäischen Raum ein, nach Italien und im frühen 16. Jahrhundert nach Südfrankreich. Juden sind nach ihren Vertreibungen im 16. Jahrhundert in dem Kernraum des Osmanischen Reiches tätig und manche werden als Großhändler und Steuerpächter dort reich. Desgleichen lassen sie sich in Amsterdam und Hamburg nieder und beteiligen sich an der Ausbeutung Amerikas.
Chinas Handel in Südost- und Ostasien erlebt im 16. Jahrhundert einen erheblichen Aufschwung, insbesondere, nachdem amerikanisches Silber bis hierhin gelangt. Verkauft werden vor allem Seide, Porzellan und andere Luxusartikel. Japan liefert Silber. Es gibt chinesische Niederlassungen an den Küsten Südost-Asiens. Man kooperiert als Zwischenhändler mit den Europäern.
1557 gesteht man den Portugiesen eine Niederlassung in Macao zu.
Im Mogulreich bleibt Indien mit mächtigen Händlern und einem umfangreichen Kreditsystem wichtig. Indien exportiert weiter Textilien bis nach China. "Indien konsumierte einen großen Teil der asiatischen Produktion und damit mehr als Europa insgesamt." (Kleinschmidt, S.35)
Das Osmanen-Reich importiert aus Indien Textilien, Tabak, Zucker und Indigo und exportiert Seide nach Indien. Aber im 16. Jahrhundert setzt ein allgemeiner Niedergang ein. Der (Buch)Druck von islamischen Schriften wird verboten, der Handel mit venezianischen Schriften wird eingeschränkt.
Das persische Safawiden-Reich exportiert Rohseide und Keramik vor allem.
Aus Schwarzafrika werden Gold und Sklaven exportiert
Immer mehr Handelskompagnien zur Erschließung der Waren und Verwaltung der überseeischen Gebiete entstehen: 1600 gründen Londoner Kaufleute die East India Company auf Aktienbasis. 1602 folgt die niederländische Ostindienkompagnie, 1621 die ebenfalls niederländische Westindien-Compagnie, die 1627 portugiesische Ostindienkompagnie und 1664 die französische Ost- und Westindienkompanien. Das Kapital gewinnen die Gesellschaften über Anteilsscheine. Deutsche Kaufleute sind höchstens als Aktionäre beteiligt.
Man legt bewaffnete Faktoreien mit eigenen Truppen an, und die üben hoheitliche Befugnisse mit die Rechtsprechung aus. Es kommt zu militärischen Schlägen gegen Stützpunkte von Konkurrenten.
Ziel der Kompanien ist die Monopolisierung des Handels in ihrem Raum. 1719 wird die Direktion der niederländischen Ostindien-Compagnie an ihre Niederlassung in Batavia schreiben, dass es
schon immer unsere Absicht gewesen ist, und an ihr halten wir fest, alle anderen Nationen so weit wie möglich aus dem Pfefferhandel auszuschließen und unter Einsatz aller merkantilen Mittel zu verhindern, dass sie sich in Indien größerer Mengen an Pfeffer, und das vielleicht gar noch zu niedrigen Preisen, bemächtigen, damit wir in Europa in den Stand versetzt werden, den betreffenden Markt zu beherrschen, dann können unsere Konkurrenten den Pfeffer - aufgrund der geringen Fehlmengen - mit nur sehr geringem oder mit überhaupt keinem Gewinn nach Europa importieren, obwohl dies oft oft ihre alleinige Geschäftsgrundlage ist. (in: Kleeinschmidt, S.7)
Welches Unheil bei der Zerstörung gewachsener Kulturen und Zivilisationen und der Entwurzelung der Menschen ganzer Kontinente angerichtet wird, wird sich erst im zwanzigsten Jahrhundert deutlich für die Europäer zeigen. Nichts macht das heute offensichtlicher als die Besiedelung Westeuropas durch die Völker der ehemaligen Kolonialreiche.
Was den einen Macht und Reichtum verschafft, schadet den anderen. Für den bis dato auf Zypern, Kreta, auf Sizilien und um Granada angebauten Zucker bedeutet die Kolonisierung der Kanaren und Madeiras samt menschenverachtend günstigem Anbau von Zuckerrohr einen erheblichen Preisrückgang. Solcher Zucker ist nicht länger ein Luxusprodukt, so wie nun auch Pfeffer im 16. Jahrhundert von breiteren Massen konsumiert wird.
Atlantische und pazifische Wende bedeuten nicht so sehr Wende für die Machtverhältnisse in den Zivilisationen Europas, sondern eine auf den anderen Kontinenten. Im kapitalistischen Europa herrschen Potentaten und Kapitaleigner in relativer Kontinuität bis ins 18. Jahrhundert weiter, einträchtig zusammen mit ihrer hohen Geistlichkeit.
Der machtpolitische Niedergang der Hanse
Die Hanse beruht anders als Süddeutschland zunächst weiter auf "korporativer Privilegierung auf der Basis einseitiger Handelsvorteile in den Partnerstädten, während zu Hause in den Hansestädten Fremde nur über einheimische Makler kaufen oder verkaufen" dürfen. Das gelang bisher "ohne Monopol- oder Kartellbildung einzelner Handelshäuser, auch ohne die modernen Formen der doppelten Buchführung sowie der dadurch erleichterten Finanzierung über Kredit und Giralgeld." (Schilling/Ehrenpreis, S.23)
Der Niedergang der Hanse beruht nicht auf einem Niedergang des Handels oder der Städte, die teilweise wie Hamburg, Bremen oder Danzig eher enorm aufblühen. Vielmehr hat er damit zu tun, dass die Hanse als Verbund keine Dominanz mehr in ihren Räumen herstellen kann. Die Auflösung der Hanse hat dabei machtpolitische und wirtschaftliche Gründe, die eng miteinander verzahnt sind.
Schon bevor sich der Welthandel mit der Eroberung der beiden Amerikas und Afrikas riesige neue Gebiete erschließt, verändern sich seine Strukturen in Europa. Der wirtschaftliche Aufstieg süddeutscher Städte, der östlichen Niederlande und Englands verlagert die Gewichte, führt zu neuen regionalen Kapitalkonzentrationen mit entsprechender Kaufkraft.
Die dominante Ost-West-Ausrichtung des Hansehandels wird gebrochen an dem steigenden Handel süddeutscher Firmen mit dem Norden ohne hansische Vermittlung. Die flämische Tuchproduktion bricht unter englischem Druck ein. Süddeutsche Firmen verdrängen Hansekaufleute beim Handel mit englischem Tuch in Antwerpen und den Brabanter Messen. Besonders Köln hat darunter zu leiden, nachdem sich Lübeck bereits aus dieser Sphäre zurückgezogen hat.
Welthandel orientiert die Kaufleute der einzelnen Hansestädte neu und lässt die relative Abschottung des alten Hanse-Raumes nicht mehr zu.
Ein weiteres stellt der Aufstieg der Nationalstaaten bzw. der deutschen Fürstentümer dar. Nicht mehr Städte, sondern Territorialstaaten betreiben nun zunehmend die Förderung von Kapitalverwertung.
1509 ist Krieg der Hanse gegen Dänemark, welches mit Holland verbündet ist. 1511 wird nahe Danzig ein Teil einer holländischen Flotte versenkt und der Rest aufgebracht.
1512 müssen sich sechs flämische Städte und kleine Herrschaften dazu verpflichten, flämische Tuche aus spanischer Wolle seulement pour les Osterlincx zu produzieren. Mit dieser Verpflichtung sind sie den Preisvorstellungen der Kaufleute mehr oder weniger ausgeliefert, die deren Vertreter in Brügge mit den Drapiers aushandeln. (Hanse, S.121)
Während das ein eher späteres Phänomen ist, führt das Abnahmemonopol auf (Salz)Hering und Stockfisch in Bergen und auf Schonen vor allem schon früher zur Abhängigkeit der dortigen Produktion. Dafür werden Konkurrenten durch Kapitalmacht und militärische Drohgebärden, aber auch durch eine überlegene Handels-Infrastruktur vom Markt vertrieben.
Aber dann beginnen die Hamburger, Bremer und Holländer mit dem Fischfang bei Island und versorgen die deutschen Lande damit. 1514 verlangt das Kontor zu Bergen von der norwegischen Regierung vergeblich, dagegen einzuschreiten.
Die Hamburger und Bremer können billiger verkaufen, denn sie verfrachten in drei Schiffen mehr Fisch als wir es in fünfen tun können, und sie brauchen in Island nicht solche hohen Kosten für Häuser und Höfe aufzubringen, wie der Kaufmann in Bergen (... in: Dollinger, S. 574)
Kapitalismus schafft (sich) Schutzräume, in denen er möglichst friedlich und ungestört agieren kann. In Norditalien sind das frühe Stadtstaaten, in Nordeuropa ist das die Hanse, in Süddeutschland scheitern solche kapitalgetragenen Städtebünde an der Übermacht der von Königen gedeckten Fürsten. Mit der langsamen Trennung von England und Frankreich übernehmen dort, dabei auch in Skandinavien und noch später Spanien, Nationalstaaten immer mehr die Aufgabe, Kapitalverwertung zu fördern und sich von dieser tragen zu lassen. Da das Kapital nun nur noch als Juniorpartner der herrschenden Dynasten auftreten kann, wird sich die Entwicklung des Kapitalismus bis ins 18. Jahrhundert deutlich verlangsamen, was allerdings auch damit zu tun hat, dass die Kolonisierung und Ausplünderung der übrigen Kontinente neuartige Profitmöglichkeiten erschließt.
1518 schließt ein Hansetag 31 Städte wegen Nichtbeteiligung aus, darunter Stettin, Krakau, Halle, Groningen. Die Uneinigkeit nimmt immer mehr zu.
Konfliktpotential mit England bleibt nach dem Frieden von 1479 der Unmut der englischen Kaufleute darüber, dass die englischen Handelsprivilegien in Preußen nicht erneuert worden waren. Der Kanzler Kardinal Wolsey versucht die Hansen mit Prozessen und Abgabenerhöhungen unter Druck zu setzen. Das ändert sich vorübergehend, als er von Henry VIII. 1530 wegen der Scheidung von Katharina von Aragon abgesetzt wird.In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts exportieren aber Hansekaufleute weiter in beträchtlichem Maße englische Tuche und importieren französische Weine.
1552 verringert die englische Regierung dann vor allem zugunsten der Merchant Adventurer Hanse-Privilegien und es setzen Exportbeschränkungen ein. Die englische Tuchhändler- Company mit ihren inzwischen mehr als 7000 Mitgliedern gewinnen 1560 das Monopol auf den Tuchexport in die Niederlande und nach Norddeutschland und lassen sich kurz darauf in Hamburg und Emden nieder.
Die Konflikte zwischen dem "Heiligen" Römischen Reich und dem englischen Tudorreich führen 1598 dazu, dass Königin Elizabeth zugunsten des heimischen Handels den Stalhof schließen lässt. In ihrer Ordonnanz vom 13. Januar begründet sie das damit, das der Kaiser verboten habe, dass englische Kaufleute irgendwo in seinem Reich Handel treiben dürften, und vordergründig als Reaktion auf die Ausweisung der Merchant Adventurer aus Emden.
Ein wesentlicher Einschnitt im Westen war schon die schrittweise Übernahme der Niederlande durch Burgund. Erst 1442 haben die Hanseleute in Brügge ein eigenes Gebäude für ihre Versammlungen, 1478 bauen sie dann das Osterlingenhaus aus. Inzwischen versandet aber der Zwin trotz aller Gegenmaßnahmen immer mehr und es sinkt auch deshalb die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt und mit ihr auch die der Hanse-Niederlassung.
Antwerpen hat inzwischen Brügge an Bedeutung für den Fernhandel abgelöst und nimmt seinen Aufschwung auch mit den Niederlassungen der englischen merchant adventurers, der Portugiesen und Venezianer. Die Stadt bietet bessere Handelsbedingungen und inzwischen auch den direkten Kontakt zum immer dominanteren englischen Tuchhandel.
1544 erlangen die Holländer im Sundverkehr die selben Rechte wie hansische Kaufleute.
Inzwischen siedeln sich die deutschen Kaufleute in Antwerpen an, und die Hanse verlegt ihr Kontor 1555 offiziell dorthin. Man erhält ein Grundstück von der Stadt und baut dort zwischen 1564 und 1568 das sogenannte Oostershuis. Es ist eine prächtige vierflügelige Anlage mit 144 Schlafkammern auf einer Fläche von fast 5000 Quadratmetern. (Kümper, S.305) Aber in dieser Zeit sind die Handelsbeziehungen Englands mit den Niederlanden bereits erheblich ausgebaut.
Mit der Fertigstellung des Kontorgebäudes bricht aber der Aufstand der Niederlande gegen die spanische Fremdherrschaft aus, der 1581 zur Gründung der Republik der Vereinigten Niederlande führt und zu rund achtzig Jahren Krieg. Damit spielt zwar Antwerpen für einzelne deutsche Kaufleute noch eine Rolle, aber nicht mehr für einen Hanseverbund.
Mit der Fischerei um Island wird seit dem 15. Jahrhundert das Bergener Stockfischmonopol gebrochen, wobei Engländer und einzelne Hansekaufleute ihre Fänge nunmehr direkt auf die Märkte im Binnenland bringen. Um 1500 verringern sich die Heringschwärme in der Ostsee immer stärker und bleiben seit der Jahrhundertmitte dann fast ganz aus. In derselben Zeit verbessert sich die niederländische Schiffstechnik und Niederländer beginnen, die Hanse mit der Nordseefischerei abzulösen. Köln wird nun eine Drehscheibe des Heringshandels (SchubertAlltag, S.148)
1523 lässt sich Gustav I. (Wasa) mit Unterstützung Lübecks zum schwedischen König krönen, womit die Kalmarer Union zu Ende ist. Er begründet eine Erbmonarchie und mit den Enteignungen von Kirchengütern während der Reformation wird er den Kronbesitz versechsfachen. Lübeck erhält von ihm die Hanseprivilegien für sich allein.
Derweil wird Christian II. von Dänemark (und Norwegen) durch seinen Onkel Friedrich gestürzt und muss ins Exil nach Holland. Von dort kämpfen die Holländer gegen diejenigen Hansestädte, die König Gustav unterstützen.
1531 landet Christian in Norwegen und Friedrich verteidigt sich mit holländischer und Lübecker Unterstützung. Am Ende bekommen nur die Holländer daraus Vorteile, während die Lübecker leer ausgehen. Zudem wird vom König nun der Ostseehandel der Fugger gefördert.
Gegen Friedrichs Sohn Christian III. (ab 1535) führt der Lübecker Bürgermeister Jürgen Wullenwever einen Kaperkrieg, der am Ende scheitert und mit seinem Tod endet. Inzwischen ist Lübeck erheblich geschwächt.
1526 macht Hochmeister Albrecht von Zollern aus den Resten Preußens 1526 ein protestantisches Erbherzogtum, welches er vom der polnischen Krone zu Lehen nimmt. Knapp hundert Jahre später wird es mit dem Kurfürstentum Brandenburg vereint werden.
1569 erhält das polnisch-litauische Reich Livland und Kurland dazu.
Etwa gleichzeitig mit dem Niedergang des Brügger Kontors schwindet auch die Bedeutung Nowgorods für die westlichen Städte nach Wiedererrichtung des dortigen Kontors. Nachdem es einen Konflikt mit Reval gibt, schließt der Moskauer Großfürst Ivan III. Ende des 15. Jahrhunderts den Peterhof, der dann bei großem Bedeutungsverlust für die Hanse 1514 wieder geöffnet wird. Nowgorods Beziehungen zu Dorpat, Reval und Riga nehmen zu, und die westlicheren Kaufleute fahren nun eher diese näheren livländischen Städte an, um Güter aus Russland einzukaufen.
1553 erreicht ein englisches Schiff mit der Erschließung des nördlichen Seeweges nach Russland über das Weiße Meer den mehrere Monate im Jahr eisfreien Hafen von Archangelsk.
Livland ist in den Händen eines Zweiges des Deutschen Ordens. 1558 erobert Iwan IV. ("der Schreckliche") Dorpat und Narva. Schweden versucht als Schutzmacht Revals seit 1561 immer mehr Einfluss auf den Russland-Handel zu bekommen, was 1563-71 zu einem Krieg Lübecks und Dänemarks dagegen führt, in dessen Verlauf Lübecker Schiffe Reval beschießen, nachdem es Revaler Kaperfahrten gegen Lübecker Schiffe gibt.
Was Antwerpen für den Norden ist, sind Sevilla und Lissabon inzwischen für den Südwesten. Kaufleute aus Hamburg, Lübeck und Danzig liefern im 16. Jahrhundert verstärkt Holz und Getreide dorthin und brechen damit aus dem Hansekontext aus.
Der Anteil der Hanseschiffe am Export von ihren Städten aus nimmt rapide ab. Eine Quelle beschreibt 1534 den Reichtum Polens und insbesondere Danzigs damit,
dass die Holländer alle Jahre ein- oder zweimal nach Danzig kommen mit zwei- oder dreihundert Schiffen, um das ganze Getreide, das sich in der Stadt Danzig befindet, zu kaufen und binnen 14 Tagen zu verladen. Denn alle großen Herren in Polen und in Preußen haben seit 25 Jahren Mittel gefunden, über gewisse Flüsse all ihr Getreide nach Danzig zu schicken und es dort an die Leute der genannten Stadt zu verkaufen. (in: Dollinger, S. 574f)
Mit dem Territorialismus der Fürstentümer und dem unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalstaaten nehmen die politischen Freiheiten der meisten Städte und ihre internationale Ausrichtung ab, soweit sie nicht von Herrschern gefördert wird. Kleinere Städte können sich militärisch nicht mehr halten. Nur große, reiche Städte können Festungsanlagen bauen, die der immer besseren Artillerie noch standhalten. Dazu gehören Lübeck, Hamburg, Bremen, Braunschweig und Magdeburg. Die übrigen Städte integrieren sich in die Fürstentümer und verlieren ihre Autonomie.
Ein weiterer Faktor sind die Reformationen, deren Unterschiede und die zwischen Katholiken und Protestanten die Solidarität untereinander gefährden, was in den folgenden Kriegen die Finanzen der Städte teilweise ruinieren und die schließlich die Fürstenmacht durch Einziehung von Kirchengut verstärken.
In den 20er und 30er Jahre bilden sich in Wismar, Rostock, Bremen und anderen Städten Ausschüsse aus Handwerkern und politisch unterprivilegierten Kapitaleignern, die Partizipation verlangen und auf die Dauer scheitern werden. (s.u.:Lübeck)
Um 1550 nimmt die Zahl der zentralen und regionalen Tagfahrten zu. Die verbleibenden Städte der Hanse versuchen sich enger zusammenzuschließen. Die Hanse teilt sich nun als Einung, confoederatio statt in Drittel in Viertel, ein kölnisches, ein lübisches, ein preußisches und ein sächsisches. 1557 wird auf dem Augsburger Religionsfrieden engere Kooperation beschlossen mit einem Statut und einem festen Jahresbeitrag, und ein Syndikus wird als hauptamtlicher Geschäftsführer eingesetzt. Getagt wird nun nur noch in Lübeck. Damit ist die Hanse nun ein richtiger Städtebund. Aber tatsächlich zerfällt in den nächsten hundert Jahren das Bündnis zunehmend bei immer stärker auseinander driftenden Eigeninteressen und immer mehr ausscheidenden Städten insbesondere im Binnenland..
Dennoch wächst in vielen einzelnen Städten insbesondere in den Boomzeiten zwischen 1460 und dem Dreißigjährigen Krieg sowohl der Handel wie das Gewerbe. Der militärische und politische Niedergang bedeutet am Ende für so manche Hanse-Stadt keine massive Krise der Kapitalverwertung.
Die Integration eines neuen Welthandels führt dazu, dass sich Firmen immer mehr ähneln. Die neue Hansefirma der vullen mascopey teilt wie üblicherweise im lateinischen Mittelmeerraum die Gewinne nach Investitionsvolumen und beteiligt die Teilhaber nun entsprechend am vollen Risiko.
"Immer häufiger blieben Faktoren, also Beauftragte oder Angestellte, die nicht selbst an der jeweiligen Gesellschaft beteiligt waren, langfristig am jeweiligen Handelsort. Sie rechneten dementsprechend sofort mit ihren Auftraggebern ab - meist, indem sie neue Waren einkauften und zurücksandten." (Kümper, S.328) Kapital ist nun flexibler einsetzbar, aber die Risiken steigen, auch das, dass sich Faktoren mit Geld aus dem Staub machen.
Firmen basieren nicht mehr auf der aktuellen Reputation des einzelnen Kaufmanns, sondern auf der dauerhaften des meist noch Familienbetriebes. "Das soziale Kapital der hansischen Firma wuchs mit dem Erfolg der Generationen und der Repräsentationsfähigkeit ihrer Familienmitglieder." (Kümper, S.330)
Die Hanse 1550-1669
Drei Faktoren bestimmen das Schicksal der Hanse vor dem Dreißigjährigen Krieg: Der Aufstand der Niederlande gegen die spanische Herrschaft ab 1568, der Verlust Livlands an Russen und Schweden und die zunehmende Dominanz der englischen Händler im norddeutschen Raum.
Nur die Tatsache, dass die Niederlande über Jahrzehnte vom Handel mit der iberischen Halbinsel abgeschnitten ist und die Hanse dafür einspringen kann, schlägt für sie positiv zu Buche.
1555 führt der Augsburger Religionsfriede zur Entspannung im Konfessionskonflikt.
Die Auflösungstendenzen innerhalb der Hanse werden mit der Einrichtung einer gemeinsamen Kasse und eines Syndicus, also Geschäftsführers und 1557 mit einer 'Konfederationsnotel' beantwortet. Das Statut
"wiederholte nur die oftmals vorgebrachten Vorschriften: die Verpflichtung, sich auf dem Hansetag vertreten zu lassen und seine Entscheidungen anzunehmen; einen Streitfall zwischen zwei Städten einem Schiedsgericht der Nachbarstädte und in letzter Instanz dem Hansetag zu unterbreiten, verbunden mit dem absoluten Verbot, sich an ein fremdes Gericht zu wenden; die gemeinsame Übernahme der Kostenfür den Schutz der Land- und Seewege, der Gesandtschaftskosten, der Entschädigungen für die Opfer von Angriffen; gemeinsames bewaffnetes Vorgehen gegen Friedensbrecher; strenge Kontrolle der Fremden, Müßggänger und Handwerker; Ausschluss der Schuldigen im Falle des Ungehorsams gegen eine Entscheidung." (Dollinger, S.417)
Immer mehr Städte verlassen die Hanse. Andere sind säumige Zahler in die Kasse.
1553 hebt Edward VI. die Hanseprivilegien für England endgültig auf. Eine Handelssperre dagegen scheitert an der Uneinigkeit der Hanse. 1567 erhalten die Merchant Adventurers in Hamburg "zwei Häuser, gerichtliche Garantien und Zollfreiheiten, die denen der Hamburger Bürger fast gleichwertig waren." (Dollinger, S.449) Nachdem auch Hamburger Kaufleute weiter Schikanen in England erleiden, wird das Privileg 1478 beendet. Die Merchant Adventurers gehen darauf erst wieder nach Emden und dann nach Stade. 1579 lassen sie sich in Elbing in privilegierter Stellung nieder. Das Londoner Kontor ist inzwischen praktisch erledigt.
1558 erobert Iwan ("der Schreckliche") den größten Teil Livlands und zerstört Dorpat. Nur Riga und Reval bleiben außerhalb des Moskowiter-Reiches. Narva wird zum russischen Ostseehafen.
Nachdem Bremen 1563 zum Kalvinismus übergegangen ist, verlässt der Rat die Stadt und sie wird aus der Hanse ausgeschlossen.
1565 beschlagnahmt Schweden eine lübische Handelsflotte. Im folgenden Krieg zwischen Dänemark und Schweden stellt sich Lübeck auf die dänische Seite. 1564-68 wird der große Hansehof in Antwerpen erbaut.
1576 wird Bremen wieder aufgenommen, ohne wesentliche Forderungen eingelöst zu haben. 1578 plündern die Spanier Antwerpen, 1584 wird sie durch Alexander Farnese belangert. Damit ist der Hansestandort Antwerpen praktisch ruiniert.
Ein wenig tritt Köln die Nachfolge an. 1556 schon wird dort eine Börse gegründet. Mit den niederländischen Unruhen fliehen viele Ausländer dorthin. Dazu gehören Portugiesen, die nun den Gewürzhandel und einen Teil des Edelmetallhandels von Portugal und Ostindien kontrollieren und einen Teil des Handels mit Getreide nach Spanien. Zwischen 1578 und 85 kommen etwa 40 italienische Firmen in Köln zusammen, teils aus Antwerpen und den Niederlanden, teils auch aus Italien. Sie betreiben Tuchhandel und solchen mit Seide und Seidenstoffen und bewegen um 1595 etwa 30% des Kölner Handels (Dollinger, S.466). Die Konkurrenz zur Kölner Seidentuch-Produktion und allgemeine Fremdenfeindlichkeit besonders im Handwerk macht sie unbeliebt und vertreibt dann bald die meisten. Vor allem aber kommen teils große katholische Firmen aus Antwerpen und ganz Flandern, dem Hennegau und dem Artois, die es auf die Dauer aber in Köln auch nicht leicht haben und wieder abziehen, sobald die Umstände es ermöglichen.
In Westfalen verarmen Dortmund und Soest. In Münster und Osnabrück nimmt dagegen der Leinwandhandel zu.
1581 erobert Schweden Narva. Die Hanse spielt in der Ostsee nur noch eine geringe Rolle.
Schon 1567 erlaubt Hamburg den Merchant Adventurers für zehn Jahre die dauerhafte Niederlassung.
1598 lässt Elizabeth I. das Londoner Kontor förmlich schließen und verbietet der Hanse Handel in ihrem Reich. Der Stalhof wird dann beschlagnahmt. Anfang des 17. Jahrhunderts laden erst Stade und dann Hamburg 1622 die Merchant Adventurers erneut und nun dauerhafter zu sich ein.
Während die Hanse zerfällt, steigt das Handelsvolumen vieler ihrer Städte ganz erheblich an. Zwar liegt die Größe der holländischen Handelsflotte und die Qualität ihrer Schiffe inzwischen weit vor der der Hanseschiffe, aber die hansische vergrößert sich im 16. Jahrhundert um etwa 50% und bleibt vor der französischen, englischen und spanischen. Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges bauen Lübecker Schiffsbauer rund 15-20 größere Schiffe jährlich.
Hanseschiffe dringen nach Island und nach Archangelsk und dem Weißen Meer vor. Mit dem Aufstand der Niederlande sperren die Spanier den holländischen Getreidehandel und italienische Fürsten kaufen nun Getreide in Hamburg und Danzig ein. Allerdings fehlt es den Schiffen oft an entsprechender Rückfracht und der zunehmende Seeraub nordafrikanischer Piraten richtet erheblichen Schaden an, zu dem auch die Summen für das Lösegeld gehören.
Der Aufstieg des Handels hansischer Städte ist eingebunden in den viel größeren anderer Staaten und Regionen. Die Zahl der den Sund passierenden Schiffe versechsfacht sich im 16. Jahrhundert, womit sich die Zahl der Schiffe verdreifacht.
Im Weichsel- und unteren Dünaraum sind inzwischen die Wälder zum großen Teil vernichtet, weswegen der hansische Holzexport von dort drastisch verringert. Aber Asche, Pech und Teer werden weiter in größerem Umfang aus dem Osten exportiert, ebenso Wachs. Hanf und Flachs hingegen werden insbesondere für den rasch zunehmenden Schiffsbau immer wichtiger. Aber zentral bleibt und wird immer mehr der Getreideexport aus dem Nordosten über Danzig, Königsberg, Riga und Stettin. Der Roggenexport aus Danzig verfünffacht sich im 16. Jahrhundert fast. Dabei liefern die Schiffe im Osten an Fracht wesentlich weniger aus als sie von dort mitnehmen. Daran hat sich also seit der Frühzeit des Ostseehandels nichts wesentlich geändert.
Der Salzeinkauf ist inzwischen fast ganz von Bourgneuf nach Brouage übergegangen. In der Zeit der französischen Religionskriege bis 1598 löst dann portugiesisches Salz das französische ab.
Während des spanisch-niederländischen Krieges ersetzen Schiffe aus den Hansestädten die niederländischen. "Von 1574 bis 1578 fuhren 92 Danziger Schiffe nach Portugal; 1590 liefen 300 deutsche Schiffe iberische Häfen an. Das waren vor allem Lissabon, Porto, Setubal in Portugal, San Lucar, der Vorhafen von Sevilla, und Cadiz in Andalusien." (Dollinger, S.461) Man liefert Getreide, Fisch und andere Lebensmittel.
In fast allen Hansehäfen sind inzwischen holländische Schiffe in der Überzahl, deren wichtigste Anlaufstelle Danzig wird, welches Anfang des 17. Jahrhunderts bereits dreimal so groß wie Lübeck ist und eine wichtige Gewerbestadt zudem, die auch vom über Krakau laufenden Kupferhandel profitiert.
Englische Schiffe kontrollieren den inzwischen dominanten Handel mit englischen Tuchen. Das ist zumindest zum Nachteil hansischer Reeder, bedeutet aber auch, dass ein Teil der hansischen Kaufleute in Abhängigkeit von holländischen und englischen Firmen gerät. Die Folge ist, dass die Zahl der eigenen Schiffe der Hansestädte sinkt. "Von 1557 bis 1585 passierten durchschnittlich 1025 Schiffe aus Danzig den Sund nach Westen; aber die meisten von ihnen sind Holländer.
1597 veranlassen die Hansestädte den Kaiser, ein Handelsverbot für englische Kaufleute im Reich zu erlassen. 1598 erneut Königin Elizabeth den Widerruf der Privilegien für die Hanse und lässt die Niederlassung in London schließen. Ab 1611 unterläuft Hamburg den reichsweiten Boykott gegen die englischen Kaufleute.
Nach 1600 verbleiben noch etwa 20 in der Hanse aktive Städte, darunter Danzig, Hamburg, Bremen, Köln und Lübeck, deren Interessen immer weiter auseinander driften. In Konflikten zwischen den Städten kann die Hanse nicht mehr vermitteln. Immerhin bildet sich um 1615 noch einmal ein Bündnis von Lübeck, Bremen und Magdeburg zum militärischen Schutz von Braunschweig gegen seinen Landesherrn, welches zehn Jahre später erneut in Aktion tritt.
Ab 1597 beginnt Christian IV. von Dänemark und Norwegen mit dem Versuch, den Ostseeraum zu dominieren. 1611 verbietet er Lübeck die Handelsreise nach Schweden und behindert sie nach Livland. 1613 verbündet sich darum Lübeck mit den Niederlanden.
1602 stellt Zar Boris Godunow ein Privileg für Lübeck aus, aber nicht mehr für die gesamte Hanse. Sie erhalten Plätze in Nowgorod, Pleskau und Archangelsk.
Auf dem Weg in den Dreißigjährigen Krieg sind die Hansestädte zunächst die Konflikte zwischen Schweden, Polen und Russland wichtiger. Dazu kommen Teuerung und Inflation und ein schwerer Konflikt zwischen Hamburg und Lübeck.
Christian IV. von Dänemark behindert den Hansehandel und dagegen bilden die Hansestädte unter Lübecker Führung 1616 ein Bündnis mit den Vereinigten Niederlanden. Dadurch gelingt es dem mit Christian IV. verbündeten Herzog von Braunschweig nicht, die Stadt zu unterwerfen. Dafür gründet und privilegiert Christian 1617 Glückstadt, um Hamburg zu schaden. 1619 besetzt er Stade, Andererseits erkennt das Reichskammergericht 1618 Hamburg als reichsunmittelbare Stadt an.
1617 verschärft Gustav Adolf seine schwedischen Expansionspläne in einem Krieg gegen Polen. Er erobert Livland mit Riga und die preußische Küste und vergrößert mit den dortigen Zöllen seine Einnahmen erheblich und kontrolliert nun große Teile des Getreidehandels nach Westeuropa.
1621 verbündet sich Philipp IV. gegen die Niederländer mit der Liga und Ferdinand II. Darauf verständigt sich der dänische Christian mit den Holländern und verbündet sich mit England gegen Habsburg, welches für Hansestädte hätte bedrohlich werden können. Aber da gelangen die Heere von Wallenstein und Tilly bereits nach Norddeutschland. 1626 wird er bei Lutter durch die Truppen der Liga unter Tilly geschlagen. 1627 wird Wismar besetzt, Rostock kauft sich mit viel Geld frei und 1628 übersteht Stralsund eine Belagerung und schließt sich dann Schweden an. Wallenstein erhält vom Kaiser das Herzogtum Mecklenburg. Avancen vom Kaiser und Philipp werden von der Hanse 1628 abgelehnt. 1629 beauftragt ein Hansetag Lübeck, Hamburg und Bremen mit der Vertretung des Städtebundes.
Als nächstes versucht Wallenstein Stralsund einzunehmen, was erst an dänischer und dann schwedischer Unterstützung für die Stadt scheitert. Derweil gelingt es Gustav Adolf, auch Wismar unter seine Kontrolle zu bringen. Die übrigen Hansestädte im Norden bis Bremen stellen sich unter seinen Schutz. Insgesamt herrscht innerhalb der Hanse Uneinigkeit über das Verhalten gegenüber den kriegsführenden Mächten.
Der Hansehandel der Küstenstädte, insbesondere der Getreidehandel, kommt nach 1630 wieder in Gang. In diesem Jahr verbünden sich Lübeck, Bremen und Hamburg, die nominell die Hanse in Zukunft darstellen werden. Hamburg gelingt es, mit seinen Mauern den Dreißigjährigen Krieg relativ unbeschadet zu überstehen und wird nun Reichsstadt.
1645 unterliegt Dänemark einem Bündnis Schwedens mit Holland und die Hansestädte erhalten mit dem dänisch-schwedischen Frieden im Ostseeraum Handelsfreiheit. Bremen, Hamburg und die Niederlande handeln für sich Handelsfreiheit in der Nordsee aus. Anfang 1648 werden sie in den spanisch-niederländischen Friedensvertrag aufgenommen. Ebenfalls 1648 erhält Schweden dann Vorpommern und Stade und kontrolliert nun den Hansehandel, aus dem es erhebliche Gewinne abzieht.
Ein Hansetag, den Lübeck 1651 einberuft, findet kaum noch ein Echo. 1668 treffen sich noch Vertreter von fünf Städten, 1669 noch einmal von neun Städten, aber das ist denn auch das letzte Mal. 1671 nehmen die Herzogsbrüder Braunschweig ein. 1672-78 erklären England, Frankreich und die Fürstbistümer Köln und Münster den Generalstaaten den Krieg 1662 kommt es zu einer Allianz des Kaisers mit den Fürsten, der die restlichen städtischen Freiheiten untergraben wird.
Messen und Börsen
Je mehr sich der Handel in Europa und darüber hinaus vernetzt, desto mehr schwindet die Bedeutung mancher Messen. Aber einige zentrale gewinnen sogar an Bedeutung. Leipzig "modelt seine Plätze um und lässt Gebäude schleifen und neu errichten, um ausreichend Platz für die Messe zu schaffen. (...) ein noch anschaulicheres Beispiel liefert das kastilische Medina del Campo. Es verschmilzt förmlich mit seiner Messe, die dreimal jährlich die lange Rua mit ihren holzsäulengeschmückten Häusern und die riesige Plaza Mayor vor dem Dom überschwemmt." (Durand2, S.85)
Nicht nur in Carpentras wird die Messe zugleich zum Volksfest. So wird hier "die Stadt von Spaßmachern und Quacksalbern, die Wunderheilmittel, Drogen und Purgierliköre anpreisen, im Sturm erobert, von Wahrsagerinnen, Gauklern, Taschenspielern, Seiltänzern, Zahnausbrechern, fahrenden Musikanten und Sängern überschwemmt." (Durand2, S.86) Natürlich dürfen auch nicht scharen von Prostituierten fehlen. Dasselbe trifft auf die vierzehntägige Himmelfahrtsmesse von Venedig, die Londoner Bartholomew Fair und die Pariser Foire Saint-Germain zu.
Eine Besonderheit stellen die Besanconer Messen dar, die 1535 dort nach der Aussperrung der Genuesen von den Lyoner Messen eingerichtet werden, und die nach mehreren anderen Orten 1579 nach Piacenza verlegt werden. Viermal jährlich werden hier bis 1622 im wesentlichen Wechsel eingesetzt. "... rund sechzig vorwiegend genuesische banchieri di conto sowie ein paar Mailänder und Florentiner Geschäftsleute bilden einen Club, in den man nur gegen Hinterlegung einer hohen Kaution (3000 Écus) aufgenommen wird. Diese Privilegierten setzen am Ende jeder Messe die Wechselkurse (conto) für die Verrechnung fest. An diesen wichtigen Sitzungen nehmen unter der Hand Wechsler (cambiatori) und Vertreter der großen Handelshäuser teil, (...) die auf jeder Messe riesige Geschäfte im Umfang von 30-40 Millionen Écus (...) abwickeln." (Durand2, S.90f)
Nach Brügge entstehen Börsen 1531 in Antwerpen, 1553 in Köln, 1558 in Hamburg, 1585 in Frankfurt und 1608 in Amsterdem.
Transport und Verkehr
Karavellen schaffen nach 1500 bereits Transporte von ca. 800 Tonnen. Mit ihnen fahren portugiesische "Entdecker" und Columbus. Derweil verfügen chinesische Dschunken noch bei mehr als 100m Länge über eine Kapazität von bis zu 2000 Tonnen und sind deutlich manövrier-fähiger. Im indischen Ozean herrschen Dhaus vor, die bei einer Länge von ca. 30m ungefähr 150 Tonnen Last transportieren können.
Im 16. Jahrhundert übernehmen die Niederlande die Führung im europäischen Schiffsbau. Das Ruder wird unter Deck verlegt, die Masten werden verlängert und die Segel vergrößert. Anfang des 17. Jahrhunderts hat die niederländische Flotte über 10 000 Schiffe, darunter eine abgetrennte Kriegsflotte, die nicht mehr aus umgebauten Handelsschiffen besteht.
Die Genuesen entwickeln die Galeone mit bis zu 1500 Tonnen Last, bis zu 2000 Mann Besatzung und erhebliche Bewaffnung. Mit der Galeasse und ihren Kanonen werden Galeeren zu Kriegsschiffen.
Mit den größeren Schiffen nimmt seit dem späten 15. Jahrhundert die Parten-Schifffahrt zu. Schiffe werden in meist 24 Anteile (partes) zerlegt. Der Anteilseigner, der nicht mehr mitfährt, erhält jährlich seine Dividende ausgezahlt. Daneben gibt es aber auch weiter kleinere Schiffe, die nur einem Eigentümer gehören.
Zudem gibt es die Bodmerei, in der Darlehen auf den Schiffsboden gezahlt werden, die 30-50% Beleihung auf eine Seereise betragen können, wobei man das Geld nun zunehmend versichern lässt.
Schon im 15. Jahrhundert lässt die Signoria von Venedig galere da mercato bauen, die an das Kaufmanns-Patriziat verliehen werden. Die riesigen portugiesischen Karacken des 16. Jahrhunderts gehören dem König.
Der Weg zu einigermaßen maßstabs-getreuen Karten beginnt im 15. Jahrhundert. Flüsse und Straßen stimmen in ihrem Verlauf, ganze Länder wie Bayern oder gar die ganzen deutschen Lande werden halbwegs richtig auf Papier gebracht. Im Auftrag der Stadt Nürnberg schafft der weitgereiste Martin Beheim um 1492 einen Globus, auf dem Europa einigermaßen richtig dargestellt wird, dazu Teile Afrikas, während er weiter östlich ins Fabulöse ausufert.
1541 schafft Georg Mercator einen verbesserten Globus und 1569 eine verbesserte Weltkarte.
Das mittelalterliche Straßennetz, und damit sind wir bei den alltäglichen Sorgen fast aller Menschen, ist im 14./15. Jahrhundert so eng geknüpft, dass es bis tief ins 18. Jahrhundert ausreicht, in dem dann mit neuartigen Chausseen eine neue Zeit beginnt.
1516 schließt Karl V. für Kastilien und Aragon Postverträge mit Franz und Johann Baptista von Taxis. Seit 1543 ist ein Generalpostmeister Leonhard von Taxis in Brüssel ansässig.